Bei steigenden Umsätzen kämpfen die Unternehmen der privaten Sicherheitswirtschaft mit einer zunehmend schwierigen Personalsuche. Es sei ein zentrales Problem, für die häufig mit hohem Zeitdruck angefragten Dienstleistungen die geeigneten Menschen zu finden, sagte der Präsident des Branchenverbandes BDSW, Gregor Lehnert, am Mittwoch. Bei der Arbeitsagentur sei die Zahl offener Stellen in der Branche während der Pandemie deutlich auf rund 11 400 gewachsen. Auch die bürokratischen Abläufe bis zur Einsatzfähigkeit neuer Kräfte müssten beschleunigt werden.

Die Corona-Krise habe sich für die Sicherheitswirtschaft ambivalent ausgewirkt, sagte der Verbandschef. Während an Flughäfen, bei Veranstaltungen oder Ausstellungen zahlreiche Aufträge wegbrachen, kamen demnach auch neue Tätigkeiten wie in Test- und Impfzentren, Krankenhäusern und Pflegeheimen oder im Einzelhandel hinzu. Nach vorläufigen Schätzungen wuchs der Umsatz der Branche 2021 erneut, und zwar um 5 Prozent auf 9,65 Milliarden Euro, wie der neue Hauptgeschäftsführer Florian Graf sagte. 2020 hatte das Plus 4,5 Prozent betragen.

Der Verband kritisierte die auch wegen der Corona-Krise verlangsamten Qualifikationsüberprüfungen bei den Industrie- und Handelskammern. «Die IHKs sind zum Nadelöhr geworden», sagte Graf. In dem geplanten Sicherheitsdienstleistungsgesetz sollten weitere Qualifizierungsanbieter zugelassen werden. Auch die Zuverlässigkeitsüberprüfungen neuer Kräfte dauert nach dem Geschmack der Unternehmen zu lange. Hier seien die Länder und Kommunen gefragt.

dpa ceb yyhe n1 sey