Müller hält vorübergehende Tegel-Schließung für sinnvoll
Berlin (dpa) – Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat sich für eine vorübergehende Schließung des Flughafens Tegel ausgesprochen. «Wir sehen praktisch weltweit, dass der Flugverkehr eingestellt ist, dass riesige Flughäfen in anderen Ländern geschlossen sind», sagte Müller am Mittwoch dem rbb-Sender 88,8. Es mache keinen Sinn, zwei Infrastrukturen aufrechtzuerhalten mit Tegel und dem alten Schönefelder Flughafen, […]
Berlin (dpa) – Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat sich für eine vorübergehende Schließung des Flughafens Tegel ausgesprochen. «Wir sehen praktisch weltweit, dass der Flugverkehr eingestellt ist, dass riesige Flughäfen in anderen Ländern geschlossen sind», sagte Müller am Mittwoch dem rbb-Sender 88,8. Es mache keinen Sinn, zwei Infrastrukturen aufrechtzuerhalten mit Tegel und dem alten Schönefelder Flughafen, sagte der SPD-Politiker.
Für den neuen Hauptstadtflughafens BER hatte am Dienstag die zuständige Baubehörde das Hauptterminal zur Nutzung freigeben. Damit rückt die Eröffnung des BER in Schönefeld ein großes Stück näher. Sie ist aktuell für den 31. Oktober geplant – mit dann neun Jahren Verspätung.
«Dass wir jetzt den BER eröffnen können und ans Netz bekommen, das war überfällig, aber das ist natürlich auch eine tolle Nachricht», sagte Müller. Es eröffne die Perspektive, wie es weitergehe, wenn der Flugverkehr wieder zunehme – dann an einem Standort, dem neuen Schönefelder Flughafen. «Ich glaube, es wäre sinnvoll, dass jetzt alles zu konzentrieren auf einen Standort.»
An diesem Mittwoch beraten Vertreter des Bundes und der Länder Berlin und Brandenburg noch einmal darüber, ob Tegel vorübergehend vom Netz gehen soll. Ende März hatte der Bund die Pläne für eine sofortige Schließung gestoppt. Die Infrastruktur sollte wegen der Corona-Krise flexibel verfügbar bleiben. Fluggesellschaften hatten sich am Wochenende dafür ausgesprochen, Tegel am Netz zu lassen.
Am Vormittag tagt zunächst der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg, am Nachmittag die Gesellschafterversammlung. In beiden Telefonkonferenzen geht es um die Folgen der Corona-Krise für das Unternehmen. Eine staatliche Finanzspritze von bis zu 300 Millionen Euro ist in Vorbereitung.
dpa ah bf yybb n1 nw/sl