Als erstes Luftfahrzeug hatte «Ingenuity» vor rund zwei Wochen einen Flug auf einem anderen Planeten absolviert. Seitdem schreitet die Mission voran: Der Mars-Hubschrauber hat nun seinen fünften Flug hinter sich – und es gibt eine einmalige Ton-Aufnahme.

Der Mars-Hubschrauber «Ingenuity» ist nach seinem fünften Flug wie geplant rund 130 Meter weiter südlich wieder auf dem Planeten gelandet. Bei diesem Abheben habe der Mini-Hubschrauber eine Rekord-Flughöhe von rund zehn Metern erreicht, teilte die Nasa am Freitag (Ortszeit) mit. An der neuen Stelle soll «Ingenuity» (auf Deutsch etwa: Einfallsreichtum) in den nächsten Wochen neue Aufgaben erfüllen, beispielsweise Eindrücke aus der Luft von Gegenden verschaffen, in die ein Rover nicht vordringen kann, oder dreidimensionale Aufnahmen aus Höhen in der Atmosphäre erstellen. Diese Erkenntnisse seien bei der künftigen Erkundung des Mars und von anderen Weltraumobjekten aus der Luft hilfreich, teilte die Nasa mit.

Die Nasa hatte am Freitag zuvor auch eine erste Ton-Aufnahme von einem Flug des Mars-Hubschraubers veröffentlicht. Der Rover «Perseverance», mit dem der Mini-Hubschrauber im Februar auf dem Mars gelandet war, habe die Töne Ende April beim vierten Flug von «Ingenuity» mit einem seiner Mikrofone aufgenommen, hieß es. Es handele sich um die erste Audio-Aufnahme von einem Mars-Flug und um die erste, die ein Raumfahrzeug auf einem anderen Planeten von einem anderen Raumfahrzeug gemacht habe.

Besonders gut hören kann man den Hubschrauber allerdings nicht, da «Perseverance» aus rund 80 Meter Entfernung aufnahm und zusätzlich die dünne Mars-Atmosphäre und der Wind die Fluggeräusche dämpfen und übertönen. Aber schon das wenige, was man hören könne, sei eine «sehr gute Überraschung» und eine «Goldmine für das weitere Verständnis der Mars-Atmosphäre», hatte Wissenschaftler David Mimoun gesagt.

Am 19. April war «Ingenuity» zum ersten Mal abgehoben – und hatte damit als erstes Luftfahrzeug einen Flug auf einem anderen Planeten absolviert. Der Mini-Helikopter war an Bord des Nasa-Rovers «Perseverance» (auf Deutsch etwa: Durchhaltevermögen) Ende Februar – nach 203 Flugtagen und 472 Millionen zurückgelegten Kilometern – mit einem riskanten Manöver in einem ausgetrockneten Mars-See namens «Jezero Crater» aufgesetzt. 

Entwicklung und Bau des rund 2,5 Milliarden Dollar (etwa 2,2 Milliarden Euro) teuren Rovers hatten acht Jahre gedauert. Er soll auf dem Mars nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens fahnden sowie das Klima und die Geologie des Planeten erforschen. Am 30. April hatte die US-Weltraumbehörde mitgeteilt, dass «Ingenuity» deutlich länger auf dem Mars bleiben soll als zuvor geplant. Die ursprünglich auf rund 30 Tage angelegte Mission sei zunächst um 30 Tage verlängert worden. 

dpa cfa/cah xx z2 lif