Das neue EU-Klimapaket hat bei der Luftverkehrswirtschaft Sorgen um mögliche Wettbewerbsnachteile zu außereuropäischen Konkurrenten ausgelöst.

Der Flughafenverband ADV wie auch die Lufthansa verlangten am Mittwoch in ersten Reaktionen, zusätzliche finanzielle Lasten nicht einseitig den europäischen Anbietern aufzubürden.

Alle vorgeschlagenen Maßnahmen zum Luftverkehr wie die Weiterentwicklung des europäischen Emissionshandels, verbindliche Quoten für nachhaltige Kraftstoffe und eine Kerosinsteuer führten ohne Ausgleichsinstrumente zu erheblichen Wettbewerbsnachteilen, erklärte eine Sprecherin des Lufthansa-Konzerns in Berlin. Es werde im weiteren Gesetzgebungsprozess darauf ankommen, den fairen Wettbewerb zu sichern und gleichzeitig zu verhindern, dass CO2-lastige Produktion einfach über die EU-Außengrenze verlagert werde.

Der ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel verlangte vielfältige Unterstützungsmaßnahmen für die Flughäfen. «Eine immer weitergehende Anhebung der Klimaziele darf keine Einbahnstraße aus fortwährenden Belastungen sein. Wer wie die Kommission viel fordert, muss auch fördern und unterstützen», erklärte er. Unter anderem müssten die Anbindung der Flughäfen an die Schiene verbessert und Investitionen in klimafreundliche Techniken stärker gefördert werden.

Die Mehrkosten für nachhaltiges Kerosin, das unter anderem aus Speiseresten hergestellt werden kann, müssten durch einen Finanzierungsmechanismus allen Fluggesellschaften gleichermaßen auferlegt werden, verlangte Lufthansa. Und für Zubringerflüge müsse es Regelungen geben, die nicht einseitig zulasten der europäischen Netzwerk-Airlines gingen. Die europäischen Airlines fürchten, dass Passagiere aus Kostengründen ihre Umsteigeflüge auf außereuropäische Drehkreuze verlagern könnten.

Schlecht geplante europäische Steuern würden die CO2-Emissionen verlagern statt sie zu reduzieren, erklärte Thomas Reynaert vom europäischen Airline-Verband A4E. Man müsse vielmehr in Technologien investieren, die real die Emissionen von Flugzeugen verringerten.

dpa