Fahrrad-Club: Deutschland ist noch nicht «Fahrradland»
Berlin (dpa) – Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hält grundlegende Veränderungen für nötig, damit Deutschland ein «Fahrradland» wird. «Deutschland ist leider immer noch Autoland und noch nicht Fahrradland», sagte Ann-Kathrin Schneider, Bundesgeschäftsführerin des ADFC, der Deutschen Presse-Agentur wenige Wochen vor der Bundestagswahl. «Es gibt viel mehr Platz in Städten für Autos und zu wenig Platz […]
Berlin (dpa) – Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hält grundlegende Veränderungen für nötig, damit Deutschland ein «Fahrradland» wird. «Deutschland ist leider immer noch Autoland und noch nicht Fahrradland», sagte Ann-Kathrin Schneider, Bundesgeschäftsführerin des ADFC, der Deutschen Presse-Agentur wenige Wochen vor der Bundestagswahl. «Es gibt viel mehr Platz in Städten für Autos und zu wenig Platz für Fahrräder.»
Deutschland sei im internationalen Vergleich ein Spätzünder und hinke hinterher. «Das Fahrrad ist aber ein Schlüssel für die Verkehrswende und für unseren Kampf gegen die Klimakrise. Beim Fahrrad könnte man mit relativ wenig Geld in kurzer Zeit enorm viel erreichen.» Der Verkehrssektor sei das «große Sorgenkind» im Klimaschutz. In den vergangenen 20 Jahren sind die Emissionen nicht gesunken.
Fahrrad als klimafreundliches, günstiges und gesundes Verkehrsmittel müsse viel stärker gefördert werden, forderte Schneider. «Wir fordern, dass die Mittel für den Radverkehr von Bund, Ländern und Kommunen verdreifacht werden auf 30 Euro pro Jahr pro Person. Das wären insgesamt 2,4 Milliarden Euro im Jahr. Das wäre internationaler Standard. Zudem brauchen wir eine Verstetigung und die gesetzliche Grundlage dafür, dass es jährlich ausreichende Etats für die Fahrradinfrastruktur gibt.»
In Kommunen müsse der Bau von Radwegen gesetzlich erleichtert werden. Das Straßenverkehrsgesetz habe bisher einen sehr großen Fokus auf den Autoverkehr.
Mit Blick auf Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sagte Schneider: «Die vergangenen vier Jahre haben uns auf jeden Fall nach vorne gebracht, vor allem kulturell, weil ein Verkehrsminister sich auch als «Fahrradminister» bezeichnet hat. Das hat schon eine Bedeutung. Aber das ist natürlich auch Kalkül, denn das Fahrrad liegt einfach im Trend.»
dpa hoe yydd n1 nku