Die US-Luftfahrtbehörde FAA stellt ihre Aufsichtsprozesse für Flugzeughersteller nach heftiger Kritik im Zuge zweier Abstürze von Boeing-Jets auf den Prüfstand.

Die FAA habe bereits damit begonnen, ihre Mechanismen zu überarbeiten und begrüße dabei Vorschläge aus der Politik, sagte Behördenchef Steve Dickson am Mittwoch bei einer Kongressanhörung in Washington. Dickson betonte zudem, dass es bei der von Boeing angestrebten Wiederzulassung des Unglücksfliegers 737 Max keine Fristen für seine Mitarbeiter gebe.

Eigentlich will Boeing das Modell, für das seit März 2019 nach zwei Abstürzen mit 346 Toten weltweit Startverbote gelten, noch in diesem Sommer wieder in den Betrieb bringen. Sowohl der Hersteller als auch die FAA stehen wegen der Unglücke heftig in der Kritik. Boeing wird beschuldigt, die 737 Max im Wettbewerb mit Airbus überstürzt auf den Markt gebracht und dabei die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Der FAA wird vorgeworfen, bei der Zertifizierung die Augen zugedrückt und sich von Boeing an der Nase herumgeführt haben zu lassen.

dpa