Ryanair wächst weiter: höhere Passagierzahlen, steigende Umsätze, neue Flugzeuge und eine klare Strategie für Expansion.

Das Wachstum von Ryanair bleibt auch im laufenden Geschäftsjahr ungebrochen. Europas größte Low-Cost-Airline konnte im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 sowohl bei den Passagierzahlen als auch beim Umsatz deutlich zulegen. Trotz leicht rückläufigem Gewinn im Vergleich zum starken Vorjahresquartal zeigt sich das operative Geschäft stabil und widerstandsfähig.

Der bereinigte Nettogewinn belief sich auf 115 Millionen Euro. Ausschlaggebend für die positive Entwicklung waren eine anhaltend hohe Nachfrage im europäischen Kurzstreckenverkehr sowie eine verbesserte Ertragslage durch höhere Durchschnittspreise.

Wachstum von Ryanair durch steigende Nachfrage und Preiserhöhungen

Ein zentraler Treiber für das Wachstum von Ryanair war der Anstieg des Verkehrsaufkommens um sechs Prozent. Gleichzeitig erhöhte die Airline ihre Durchschnittstarife um vier Prozent. Besonders die Herbstferien sowie kurzfristige Buchungen rund um Weihnachten und den Jahreswechsel sorgten für gut ausgelastete Flüge.

Auch das Zusatzgeschäft entwickelte sich positiv. Einnahmen aus Gepäckgebühren, Sitzplatzreservierungen und weiteren Services stiegen um sieben Prozent. Die Gesamterlöse kletterten dadurch um neun Prozent auf über 3,2 Milliarden Euro. Bemerkenswert ist dabei die Kostenentwicklung: Trotz höherer Kapazität blieben die Kosten pro Passagier stabil.

Flottenausbau stärkt das Wachstum von Ryanair

Die moderne Flottenstrategie ist ein wesentlicher Faktor für das langfristige Wachstum von Ryanair. Zum Jahresende bestand die Flotte aus 643 Flugzeugen, darunter mehr als 200 Boeing 737-8200 „Gamechanger“. Diese Jets bieten eine höhere Sitzplatzkapazität bei gleichzeitig geringerem Treibstoffverbrauch und niedrigeren CO₂-Emissionen.

Bis Ende Februar soll die vollständige Auslieferung von 210 Maschinen abgeschlossen sein. Für das kommende Geschäftsjahr erwartet Ryanair ein Passagierwachstum auf rund 216 Millionen Fluggäste. Langfristig bleibt das ambitionierte Ziel von 300 Millionen Passagieren pro Jahr bis 2034 bestehen. Ab 2027 sollen zusätzlich die ersten Boeing 737-10 ausgeliefert werden, die nochmals Effizienzgewinne versprechen.

Streckenstrategie und Marktverschiebungen

Ryanair passt ihr Streckennetz gezielt an wirtschaftliche Rahmenbedingungen an. Kapazitäten werden verstärkt in Länder mit niedrigeren Luftverkehrsabgaben und wachstumsfreundlicher Politik verlagert, darunter Italien, Albanien, Marokko und Schweden. Gleichzeitig zieht sich die Airline schrittweise aus Hochkostenmärkten wie Deutschland, Belgien oder Österreich zurück.

Für den Sommerflugplan 2026 sind über 100 neue Strecken geplant. Zusätzlich entstehen neue Basen in Tirana, Rabat und Trapani, um das Wachstum von Ryanair in attraktiven Märkten weiter zu beschleunigen.