Ende eines Dramas – Militärs feiern neuen Militärtransporter A400M
Jahrelange Verzögerungen und Mehrkosten in Milliardenhöhe: Um den neuen europäischen Militärtransporter A400M hat es jahrelang Ärger und Streit gegeben. Nun wurde in Spanien der Auslieferungsstart gefeiert. Die Bundeswehr soll 2014 die erste Maschine erhalten. Paris (dpa) – Sie fliegt fast so schnell wie ein Düsenflugzeug, kann bis zu acht Kleinpanzer oder 116 komplett ausgerüstete Fallschirmspringer […]
Jahrelange Verzögerungen und Mehrkosten in Milliardenhöhe: Um den neuen europäischen Militärtransporter A400M hat es jahrelang Ärger und Streit gegeben. Nun wurde in Spanien der Auslieferungsstart gefeiert. Die Bundeswehr soll 2014 die erste Maschine erhalten.
Paris (dpa) – Sie fliegt fast so schnell wie ein Düsenflugzeug, kann bis zu acht Kleinpanzer oder 116 komplett ausgerüstete Fallschirmspringer transportieren und trotz ihrer Größe auf unbefestigten Kurzpisten landen: Die A400M des europäischen Flugzeugbauers Airbus gilt als flexibelster und modernster Militärtransporter der Welt. Im spanischen Sevilla wurde am Montag mit einer großen Show der Auslieferungsstart gefeiert.
Dabei wurde aber auch deutlich, dass es vergleichbare Gemeinschaftsprojekte von Nato-Staaten künftig wesentlich schwerer haben dürften. Es gelte aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre zu lernen, sagte EADS-Chef Thomas Enders bei der Zeremonie zur Übergabe des ersten Flugzeugs an die französischen Streitkräfte.
Was der deutsche Lenker des Airbus-Mutterkonzerns damit meinte, brauchte er wohl keinem der Ehrengäste in Sevilla genauer zu erklären. In den Jahren 2009 und 2010 hatte es zwischen dem Unternehmen und der Gruppe der Auftraggeberstaaten mit Deutschland und sechs anderen Nato-Staaten einen beispiellosen Streit gegeben.
Wie so oft bei heftigen Auseinandersetzungen, ging es vor allem ums Geld. Missmanagement und technische Probleme hatten zu Milliarden- Mehrkosten und erheblichen Verzögerungen bei dem Militärtransporter geführt. Das Feilschen über die Aufteilung der zusätzlich benötigten Gelder brachte das Projekt, an dem europaweit rund 40 000 Arbeitsplätze hängen, zwischenzeitlich an den Rand des Abgrunds.
Enders, damals noch Airbus-Chef, drohte immer wieder mit dem Stopp des europäischen Prestige-Programmes, falls die sieben Käuferstaaten nicht mehr Geld lockermachen. Auch schimpfte er über immer neue Sonderwünsche seiner Kunden, die den A400M-Ingenieuren das Leben schwer gemacht hätten.
Auch EADS musste allerdings Fehler einräumen. Zum ersten Mal hatte der Konzern einen so großen Rüstungsvertrag genauso wie einen Zivilauftrag zum Festpreis geschlossen. Und ließ sich dann noch von Kundenländern vorschreiben, was wo zu bauen ist. Berlin wollte unbedingt MTU Aero Engines mit im Boot haben, Paris die französische Rüstungsschmiede Safran. Dies werde es nicht noch einmal geben, machte Enders am Montag in Sevilla klar.
Allen Problemen der Vergangenheit zum Trotz – die deutsche Bundeswehr erwartet die Auslieferung ihrer ersten A400M sehnsüchtig. Deutschland will 40 Maschinen des Typs in Dienst stellen. Die Bundeswehr setzt darauf, das erste Flugzeug im Herbst kommenden Jahres zu erhalten. Eigentlich hatte sie die erste A400M bereits 2009 einsetzen wollen. Die A400M soll vor allem das in die Jahre gekommene Transportflugzeug Transall C-160 ablösen. Die Bundeswehr bezifferte die Projektkosten zuletzt auf 25 Milliarden Euro. Neben den Maschinen hat sie damit in Deutschland auch einige Arbeitsplätze gesichert. Unter anderem der Mittelrumpf des Transportfliegers wird bei Airbus in Bremen gebaut.