Medellín/Chapecó (dpa) – Ein Jahr nach dem Flugzeugabsturz mit dem brasilianischen Fußballteam Chapecoense an Bord ist der 71 Todesopfer in einer bewegenden Zeremonie gedacht worden. In der kolumbianischen Gemeinde La Unión, wo das Flugzeug im Landeanflug auf Medellín an einem Berg wegen Treibstoffmangels abgestürzt war, wurden Blumen niedergelegt und eine Ehrentafel mit den Namen aller […]

Medellín/Chapecó (dpa) – Ein Jahr nach dem Flugzeugabsturz mit dem brasilianischen Fußballteam Chapecoense an Bord ist der 71 Todesopfer in einer bewegenden Zeremonie gedacht worden. In der kolumbianischen Gemeinde La Unión, wo das Flugzeug im Landeanflug auf Medellín an einem Berg wegen Treibstoffmangels abgestürzt war, wurden Blumen niedergelegt und eine Ehrentafel mit den Namen aller Opfer und der sechs Überlebenden enthüllt.

Viele Menschen schrieben persönliche Botschaften, die in das brasilianische Chapecó geschickt werden sollen, dem Heimatort des Vereins. Dort fand in der Nacht zum Zeitpunkt des Absturzes vor einem Jahr um 01.15 Uhr Ortszeit im Stadion des Clubs, der Arena Condá, ein Gedenkgottesdienst statt.

Der Flugzeugabsturz in der Nacht vom 28. auf den 29. November 2016 war ein Ereignis von kaum zu überbietender Tragik. Der 1973 gegründete Verein war auf dem Weg zum bisher größten Spiel seiner Geschichte: dem Hinspiel um die Copa Sudamericana gegen Atlético Nacional aus Medellín. Atlético Nacional überließ «Chape» nach dem Absturz den Titel des Südamerika-Meisters 2016. Bis heute gibt es einen zähen Kampf um Entschädigungen, vieles ist kompliziert – auch wegen insgesamt dreier beteiligter Länder: Kolumbien (Unfallort), Bolivien (Sitz der Airline LaMia) und Brasilien (Land der Opfer).

Auch der sportliche Neubeginn mit über 20 neuen Spielern ist schwer. Zwei Trainer mussten gehen, nach langem Abstiegskampf feierte «Chape» in Brasiliens Serie A erst kurz vor dem Jahrestag den Klassenerhalt. Von den drei überlebenden Spielern feierte Alan Ruschel im August bei einem Freundschaftsspiel gegen den FC Barcelona ein emotionales Comeback, Abwehrspieler Neto setzt auf eine Rückkehr 2018. Dem überlebenden Torwart Jackson Follmann musste der rechte Unterschenkel amputiert werden – er unterstützt den Neuanfang moralisch und war auch bei einem Empfang durch Papst Franziskus in Rom mit dabei.