Berlin (dpa) – Immer teurer, immer langwieriger: Die Hamburger Elbphilharmonie, der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) und die Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofes (Stuttgart 21) strapazieren die Nerven von Bauherren und Bürgern. Ein Überblick: BER: Seit 2006 entsteht vor den Toren Berlins ein Flughafen, der die Nummer drei hinter Frankfurt und München werden soll. Die Eröffnung ist […]

Berlin (dpa) – Immer teurer, immer langwieriger: Die Hamburger Elbphilharmonie, der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) und die Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofes (Stuttgart 21) strapazieren die Nerven von Bauherren und Bürgern. Ein Überblick:

BER: Seit 2006 entsteht vor den Toren Berlins ein Flughafen, der die Nummer drei hinter Frankfurt und München werden soll. Die Eröffnung ist zunächst für Oktober 2011 angepeilt und wurde seitdem mehrfach verschoben – unter anderem wegen fehlendem Brandschutz, Baupfusch und Planungsfehlern. Zuletzt war der Flughafen-Start für das zweite Halbjahr 2017 vorgesehen. Ob das zu schaffen ist, ist aber fraglich. Mittlerweile hat der Flughafen den dritten Chef, nun soll es Karsten Mühlenfeld richten. Die Kosten stiegen seit Baubeginn 2006 von 2,0 Milliarden Euro auf 5,4 Milliarden Euro, teils durch Erweiterungen des Baus. Weitere Finanzspritzen für den Ausbau sind in Vorbereitung.

STUTTGART 21 (S21): Vor allem die Massenproteste bringen die 2010 begonnene Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs in die Schlagzeilen. Am «Schwarzen Donnerstag» (30.9.2010) räumt die Polizei den Schlossgarten mit Wasserwerfern, mehr als 160 Menschen werden verletzt. Gut ein Jahr später unterliegen die S21-Gegner bei einer Volksabstimmung. Die Inbetriebnahme ist für 2021 geplant, Kritiker haben aber ihre Zweifel. Und die Kosten? In einer Rahmenvereinbarung von Bahn, Bund, Land und Stadt waren 1995 rund fünf Milliarden Mark (knapp 2,6 Mrd Euro) vorgesehen. Inzwischen hat die Bauherrin Deutsche Bahn den Finanzrahmen auf bis zu 6,5 Milliarden Euro erweitert. Kürzlich gelangten Prüfberichte an die Öffentlichkeit, nach denen das Vorhaben bis zu zehn Milliarden Euro kosten könnte.

ELBPHILHARMONIE: Der spektakuläre Bau ist das Prestigeprojekt im Hamburger Hafen. Grundsteinlegung für das Konzerthaus auf einem früheren Hafenspeicher war im April 2007, rund 114 Millionen Euro soll das Gebäude zu diesem Zeitpunkt dem Steuerzahler kosten. Mittlerweile ist die Summe auf knapp 800 Millionen Euro angewachsen – unter anderem wegen unfertiger Planung, mangelnder Kontrolle und Chaos auf der Baustelle, wie ein Untersuchungsausschuss feststellte. Die Eröffnung wurde schrittweise von 2010 auf 2017 verschoben. Am 11. Januar soll es ein Eröffnungskonzert geben.