Flughafen-Manager: Neue Kontrollstellen verlagern das Risiko
Frankfurt/Main (dpa) – Nach dem Terroranschlag von Istanbul wollen die deutschen Flughäfen keine zusätzlichen Sicherheitsringe einrichten. Zusätzliche Kontrollstellen außerhalb der Gebäude würden nur neue Anschlagziele schaffen und keine zusätzliche Sicherheit schaffen, sagte der Hamburger Flughafenchef Michael Eggenschwiler am Donnerstag auf einem Fachkongress in Frankfurt. Es sei eher eine bessere Zusammenarbeit der Sicherheitskräfte notwendig, insbesondere bei […]
Frankfurt/Main (dpa) – Nach dem Terroranschlag von Istanbul wollen die deutschen Flughäfen keine zusätzlichen Sicherheitsringe einrichten. Zusätzliche Kontrollstellen außerhalb der Gebäude würden nur neue Anschlagziele schaffen und keine zusätzliche Sicherheit schaffen, sagte der Hamburger Flughafenchef Michael Eggenschwiler am Donnerstag auf einem Fachkongress in Frankfurt. Es sei eher eine bessere Zusammenarbeit der Sicherheitskräfte notwendig, insbesondere bei der Identifizierung bereits bekannter Gefährder. Man müsse auch den Komfort der Fluggäste im Blick behalten. «Wir wollen unsere Flughäfen nicht zu Trutzburgen ausbauen», sagte Eggenschwiler.
Sein Kölner Kollege Michael Garvens verwies auf den Zeitwettbewerb zwischen den einzelnen Verkehrsträgern. «Die Passagiere verlieren im Bodenprozess viel zu viel Zeit, den das Flugzeug schwer aufholen kann.» Mit einer Musterkontrollstelle will der Kölner Flughafen ab Herbst neue Technologien testen, mit denen bei gleichen Standards bis zu sechs mal mehr Passagiere in gleicher Zeit kontrolliert werden könnten.
Auch der Airlineverband IATA ist gegen zusätzliche Kontrollstellen im Vorfeld der Flughäfen, wie es sie beispielsweise in Tel Aviv oder Kabul gibt. Die Sicherheitsbehörden der Staaten müssten bei der Terrorabwehr besser zusammenarbeiten, sagte die deutsche IATA-Vertreterin Andrea Wächtershäuser. Am Mittwoch hatte sich auch der Flughafenverband ADV gegen Vorkontrollen ausgesprochen, die in Istanbul auch Schauplatz der Anschläge waren.