Köln (dpa) – Der Kölner Kardinal Rainer Woelki hat dazu aufgerufen, den Hinterbliebenen der Opfer des Germanwings-Absturzes «wirkliches Mitleiden» zu zeigen. «Ich hoffe und zittere auch ein wenig davor, das richtige Wort in diesem Augenblick zu finden, das Hoffnung und Trost spenden kann», sagte Woelki am Freitag im Deutschlandfunk. Worte fehlten angesichts dieser Situation, es […]

Köln (dpa) – Der Kölner Kardinal Rainer Woelki hat dazu aufgerufen, den Hinterbliebenen der Opfer des Germanwings-Absturzes «wirkliches Mitleiden» zu zeigen. «Ich hoffe und zittere auch ein wenig davor, das richtige Wort in diesem Augenblick zu finden, das Hoffnung und Trost spenden kann», sagte Woelki am Freitag im Deutschlandfunk. Worte fehlten angesichts dieser Situation, es gebe Momente, in denen man besser schweige und Gesten und Zeichen mehr bewirkten. Woelki soll am Mittag zusammen mit der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, den Trauergottesdienst für die Opfer des Flugzeugabsturzes im Kölner Dom leiten.

Zum Umgang mit dem Copiloten, der nach bisherigen Erkenntnissen das Flugzeug absichtlich zum Absturz gebracht haben soll, sagte Woelki: «Ich glaube, jeder Mensch verdient unser Gebet und ich weiß im letzten nicht, was ihn dazu getrieben hat. Das ist eine ungeheure Tat.» Woelki verstehe jeden, «der darüber ungeheuer wütend ist und der auch nicht in der Lage ist zur Vergebung». Trotzdem müsse man versuchen, nicht vorschnell zu urteilen. Von den Medien erwartet Woelki während des Gottesdienstes und des anschließenden staatlichen Trauerakts «die nötige Distanz» und «eine spürbare Menschlichkeit».