Konstanz (dpa) – Für eine erfolgreiche Trauerarbeit sind nach Einschätzung einer Psychologin Rituale hilfreich – und die Akzeptanz der Endgültigkeit des Abschieds. «Trauernde versuchen, mit dem Toten in Beziehung zu bleiben», sagte die Leiterin des Kompetenzzentrums Psychotraumatologie der Universität Konstanz, Maggie Schauer, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. «Nach dem Schmerz kommt oft die Angst, den […]

Konstanz (dpa) – Für eine erfolgreiche Trauerarbeit sind nach Einschätzung einer Psychologin Rituale hilfreich – und die Akzeptanz der Endgültigkeit des Abschieds. «Trauernde versuchen, mit dem Toten in Beziehung zu bleiben», sagte die Leiterin des Kompetenzzentrums Psychotraumatologie der Universität Konstanz, Maggie Schauer, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. «Nach dem Schmerz kommt oft die Angst, den Toten innerlich loszulassen, seine Persönlichkeit zu vergessen.»

Rituale schaffen laut Schauer Verbindung zum Verstorbenen und helfen gleichzeitig abzuschließen. Für die Hinterbliebenen der Germanwings-Katastrophe in den französischen Alpen sei das aber noch zu früh. «Jetzt steht der Schock erstmal im Vordergrund.» Erst später könnten sich die Betroffenen sagen: «Ich darf weitermachen mit meinem Leben.» Gleichzeitig sei es entscheidend, sich einzugestehen, dass der geliebte Mensch tot ist. Trauer brauche viel Zeit und sei sehr individuell.