Airbus wälzt die Pläne bereits Jahren: Nun soll der Beschluss für ein neues Werk in den USA, Heimatmarkt des Erzrivalen Boeing, kurz bevorstehen. Nach Produktionsstandorten in Hamburg-Finkenwerder, in Toulouse und im chinesischen Tianjin wäre es das vierte Montagewerk. Paris (dpa) – Der europäische Flugzeughersteller Airbus plant auf dem Heimatmarkt seines US-Erzrivalen Boeing den Bau eines […]

Airbus wälzt die Pläne bereits Jahren: Nun soll der Beschluss für ein neues Werk in den USA, Heimatmarkt des Erzrivalen Boeing, kurz bevorstehen. Nach Produktionsstandorten in Hamburg-Finkenwerder, in Toulouse und im chinesischen Tianjin wäre es das vierte Montagewerk.

Paris (dpa) – Der europäische Flugzeughersteller Airbus plant auf dem Heimatmarkt seines US-Erzrivalen Boeing den Bau eines Montagewerks für A320-Jets. Es wäre die erste Airbus-Produktionsstätte in den USA. Der Beschluss soll den Airbus-Betriebsräten am Montag vom neuen Airbus-Chef Fabrice Brégier verkündet werden, berichtet die gewöhnlich gut unterrichtete französische Wirtschaftszeitung «Les Echos» (Freitag) unter Hinweis auf «interne Quellen».

Ein Airbus-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur dpa: «Wir hatten schon immer die Absicht nach Möglichkeiten zu suchen, wie wir unsere globale Marktpräsenz erweitern können. Es gibt aber keine endgültige Entscheidung.»

Zuvor hatte auch die «New York Times» über konkrete Pläne des europäischen Flugzeugbauers für einen Werksneubau in den USA berichtet. Airbus stehe vor dem erfolgreichen Ende seiner rund siebenjährigen Verhandlungen mit den Behörden des US-Bundesstaates Alabama, hieß es. Das Werk in der Stadt Mobile soll Jets des zweistrahligen Typs A320 produzieren, der in seiner modernisierten Sparversion A320Neo bereits ein Verkaufsschlager ist.

In Mobile wollte Airbus ursprünglich ein Werk für militärische Tankflugzeuge bauen. Diese Pläne platzten, weil ein Großauftrag der US-Regierung über rund 35 Milliarden Dollar im Februar 2011 schließlich nach jahrelangem Tauziehen an den US-Konkurrenten Boeing ging.

Airbus hat große Werke an seinem Stammsitz in Toulouse und am Standort der Deutschland-Tochter in Hamburg-Finkenwerder. 2008 kam ein weiteres Werk in der chinesischen Hafenstadt Tianjin hinzu, wo ebenfalls Flugzeuge der A320-Familie montiert werden. Hintergrund für die Pläne, in Übersee zu produzieren, sind die Absicherung von Währungskurs-Schwankungen und eine erweiterte Präsenz auf dem US-Markt.