Kerosinengpass in Europa: Lufthansa warnt vor Folgen des Iran-Konflikts
Der Iran-Konflikt verschärft die Lage auf den Energiemärkten. Lufthansa sieht Risiken für die Kerosinversorgung in Europa und prüft drastische Maßnahmen.
Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten wirken sich zunehmend auf die globale Luftfahrt aus. Die Lufthansawarnt vor möglichen Engpässen bei Flugkraftstoff – mit potenziell spürbaren Folgen auch für Europa. Hintergrund ist die anhaltende Unsicherheit rund um die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Transportadern für Öl und daraus gewonnene Produkte wie Kerosin.
Bereits jetzt sei die Versorgungslage an einzelnen Flughäfen in Asien angespannt, erklärte Grazia Vittadini im Gespräch mit „Welt am Sonntag“. Sollte sich die Situation weiter zuspitzen oder die wichtige Seeroute länger blockiert bleiben, könnte sich die Lage deutlich verschärfen. Die globale Luftfahrt ist stark von stabilen Lieferketten abhängig – Störungen wirken sich schnell auf Flugpläne und Kostenstrukturen aus.
Kerosinengpass Europa: Auswirkungen auf Flugpläne
Für Airlines könnten die Konsequenzen weitreichend sein. Schon heute beobachten Fluggesellschaften, dass einzelne Flughäfen restriktiver bei der Zuteilung von Treibstoff werden. Dies betrifft nicht nur zusätzliche Flüge, sondern könnte perspektivisch auch reguläre Verbindungen einschränken.
Im schlimmsten Fall drohen sogar Versorgungslücken in Europa. Die Abhängigkeit von globalen Lieferketten macht deutlich, wie verwundbar selbst gut versorgte Regionen sind. Engpässe könnten dazu führen, dass Airlines ihre Kapazitäten kurzfristig anpassen müssen – mit direkten Folgen für Passagiere und Frachtkunden.
Kerosinengpass Europa: Lufthansa aktiviert Krisenstrategie
Der Konzern bereitet sich bereits auf verschiedene Szenarien vor. Vorstandschef Carsten Spohr hat intern einen mehrstufigen Krisenplan skizziert. Ziel ist es, flexibel auf eine sich verschärfende Lage reagieren zu können.
Zu den möglichen Maßnahmen zählen die Reduzierung wenig rentabler Strecken sowie strukturelle Anpassungen in der Flotte. Konkret prüft Lufthansa die vorzeitige Ausmusterung älterer Flugzeuge. Zwischen 20 und 40 Maschinen könnten betroffen sein. Solche Schritte würden nicht nur den Treibstoffverbrauch senken, sondern auch die Betriebskosten stabilisieren.
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