Die EBACE26 wurde abgesagt. Die EBAA erklärt die Gründe und wie sich Europas Business Aviation künftig strategisch neu aufstellt.

Die European Business Aviation Association (EBAA) hat die für Juni 2026 geplante Branchenmesse EBACE kurzfristig abgesagt. Die Entscheidung markiert einen Einschnitt für die europäische Business Aviation – und signalisiert zugleich eine strategische Neuausrichtung der Interessenvertretung.

Die jährliche European Business Aviation Convention & Exhibition (EBACE) galt lange als zentraler Treffpunkt der Branche in Europa. Sie bot Herstellern, Betreibern und Dienstleistern eine Plattform für Austausch, Geschäftsanbahnung und politische Positionierung. Nun zieht die EBAA die Reißleine: Das Format habe nicht mehr die notwendige Dynamik entfalten können, um eine wirtschaftlich tragfähige Veranstaltung sicherzustellen.

EBACE26: Absage als Folge veränderter Marktbedingungen

Die Gründe für die Absage liegen tiefer als ein einzelnes Event. In den vergangenen Jahren hat sich das Umfeld für Branchenmessen deutlich verändert. Neue Wettbewerber, veränderte Teilnahmeformate und gestiegene Erwartungen von Ausstellern und Besuchern setzen klassische Veranstaltungen zunehmend unter Druck.

Die EBAA hatte bereits reagiert und die EBACE schrittweise umgebaut. Die Ausgabe 2025 setzte stärker auf B2B-Inhalte, intensivere Networking-Möglichkeiten und ein überarbeitetes Veranstaltungskonzept. Für 2026 waren weitere Anpassungen geplant, darunter eine neu konzipierte Static Display sowie gezielte Angebote für Betreiber.

Doch diese Maßnahmen reichten offenbar nicht aus. „Dies ist eine schwierige Entscheidung, die wir nicht leichtfertig getroffen haben“, erklärte EBAA-CEO Stefan Benz. Man sei sich bewusst, dass die Absage für viele Partner und Aussteller enttäuschend sei. Gleichzeitig sei dieser Schritt notwendig, um größere wirtschaftliche Schäden zu vermeiden.

EBACE26: Absage stärkt Fokus auf Kernaufgaben

Mit der Entscheidung will sich die EBAA stärker auf ihre eigentliche Rolle konzentrieren: die politische Interessenvertretung und strategische Unterstützung der Branche. Gerade in Zeiten zunehmenden regulatorischen Drucks und öffentlicher Kritik bleibt die Stimme der Business Aviation in Europa gefragt.

Auch EBAA-Präsident Jürgen Wiese betont diesen Ansatz: Die Organisation sei gegründet worden, um die Branche zu vertreten und deren nachhaltige Entwicklung zu sichern. Veranstaltungen wie die EBACE seien dabei Mittel zum Zweck – nicht Selbstzweck. Künftig wolle man gemeinsam mit den Mitgliedern neue Formate entwickeln, die den tatsächlichen Bedürfnissen des Marktes besser entsprechen.