LATAM Airlines erweitert den Einsatz von AeroSHARK auf alle Boeing 777-300ER. Die Haifischhaut-Technologie spart Treibstoff und senkt Emissionen.

Die LATAM Airlines Group treibt die Modernisierung und Effizienzsteigerung ihrer Langstreckenflotte konsequent voran. Künftig werden alle Boeing 777-300ER der südamerikanischen Airline mit der innovativen AeroSHARK-Technologie ausgestattet. Damit ist LATAM nach der Lufthansa Group erst die zweite Fluggesellschaft weltweit, die eine komplette Teilflotte mit der sogenannten Haifischhaut-Modifikation betreibt.

AeroSHARK wurde gemeinsam von Lufthansa Technik und BASF Coatings entwickelt und zielt darauf ab, den Luftwiderstand von Verkehrsflugzeugen messbar zu reduzieren. Durch die nun vereinbarte Nachrüstung von fünf weiteren Boeing 777-300ER wird LATAM den Einsatz der Technologie deutlich ausweiten. Bereits bis Ende 2025 war die Hälfte der Flotte umgerüstet, der Abschluss aller Modifikationen ist für 2027 geplant.

AeroSHARK: Ein Prozent weniger Verbrauch

Die Entscheidung zur Flottenausweitung basiert auf klaren Betriebsergebnissen. LATAM hatte bereits Ende 2023 ein erstes Flugzeug testweise mit AeroSHARK ausgestattet und dieses über einen längeren Zeitraum im Linienbetrieb beobachtet. Die Ergebnisse bestätigten die Erwartungen: Rund ein Prozent weniger Treibstoffverbrauch und entsprechend reduzierte CO₂-Emissionen im täglichen Einsatz.

LATAM AeroSHARK Boeing 777
Die AeroSHARK-Technologie ist für LATAM ein Puzzleteil in Richtung Nachhaltigkeit. Bild: LATAM

Dieses scheinbar kleine Prozent hat große Auswirkungen. Nach vollständiger Umrüstung der gesamten Boeing-777-300ER-Flotte rechnet LATAM mit jährlichen Einsparungen von bis zu 4.000 Tonnen Kerosin und rund 12.000 Tonnen CO₂. Das entspricht den Emissionen von etwa 56 Langstreckenflügen zwischen São Paulo und Miami mit einer Boeing 777.

Wie die Haifischhaut-Technologie von AeroSHARK funktioniert

Im Kern besteht AeroSHARK aus speziellen Riblet-Folien, deren Struktur der Haut von Haien nachempfunden ist. Winzige, etwa 50 Mikrometer hohe Längsrillen werden präzise entlang der Luftströmung ausgerichtet. Diese reduzieren die Reibung zwischen Flugzeugoberfläche und Luftstrom und senken so den aerodynamischen Widerstand.

Bei der Boeing 777-300ER bedecken die Folien nahezu den gesamten Rumpf sowie die Triebwerksgondeln – insgesamt rund 950 Quadratmeter pro Flugzeug. Der große Vorteil: Die Modifikation kann im Rahmen regulärer Wartungsereignisse erfolgen und erfordert keine strukturellen Eingriffe am Flugzeug.

Nachhaltigkeitsstrategie: AeroSHARK als Baustein für die Zukunft

Für LATAM ist der flächendeckende Einsatz von AeroSHARK ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer effizienteren und nachhaltigeren Flotte. Die Airline verfolgt das Ziel, Emissionen kurzfristig durch technologische Optimierungen zu senken, während parallel langfristige Lösungen wie nachhaltige Flugkraftstoffe und Flottenmodernisierung vorangetrieben werden.

Auch auf Herstellerseite geht die Entwicklung weiter. Lufthansa Technik und BASF arbeiten daran, AeroSHARK für zusätzliche Flugzeugtypen zuzulassen. Für 2026 ist bereits die Einführung der ersten Modifikation für einen Airbus A330ceo angekündigt. Langfristig sollen größere Flächen der Flugzeuge beschichtet werden, was Einsparpotenziale von bis zu zwei oder sogar drei Prozent realistisch erscheinen lässt.