Lufthansa und der Flughafen München planen die Erweiterung des Terminal 2. Der neue „T-Stiel“ soll zusätzliche Langstreckenpositionen schaffen und die Kapazität deutlich erhöhen.

Der Flughafen München und Lufthansa treiben ihre langfristige Zusammenarbeit weiter voran. Mit einer neuen Absichtserklärung verlängern beide Partner ihr gemeinsames Engagement am Terminal 2 bis ins Jahr 2056 – und bringen zugleich ein milliardenschweres Ausbauprojekt zurück auf die Agenda. Im Mittelpunkt steht die Erweiterung des Satellitenterminals durch einen zusätzlichen Gebäudeteil, der intern als „T-Stiel“ bezeichnet wird.

Lufthansa: Terminal 2 in München soll deutlich wachsen

Geplant ist eine Erweiterung des bestehenden Satellitengebäudes im Osten des Flughafens. Der neue Gebäudeteil soll rechtwinklig an den heutigen Satelliten anschließen und zusätzliche Abstellpositionen für Langstreckenflugzeuge schaffen. Insgesamt sind zehn weitere Positionen vorgesehen.

Mit dem Ausbau könnte die Kapazität des Terminal-2-Komplexes um bis zu zehn Millionen Passagiere pro Jahr steigen. Eine mögliche Inbetriebnahme wird derzeit für das Jahr 2035 angepeilt. Damit reagiert Lufthansa auf die wachsende Nachfrage im Interkontinentalverkehr und auf steigende Umsteigerzahlen in München.

Der Airport spielt im Streckennetz der Airline eine zentrale Rolle: Rund zwei Drittel der Passagiere am Lufthansa-Drehkreuz München steigen dort lediglich um und reisen von oder zu internationalen Zielen weiter.

Milliardenprojekt mit langer Vorgeschichte

Die Idee eines „T-Stiels“ ist nicht neu. Bereits vor mehreren Jahren hatten Lufthansa und der Flughafen München erste Pläne für eine Erweiterung vorgestellt. Die Corona-Pandemie stoppte das Projekt jedoch abrupt. Nun kehrt das Vorhaben in die konkrete Planungsphase zurück.

Offizielle Angaben zu den Kosten gibt es bislang nicht. Branchenkenner rechnen jedoch mit Investitionen im niedrigen Milliardenbereich. Dass ein Teil der Infrastruktur bereits vorhanden ist, dürfte die Umsetzung erleichtern. So wurde das unterirdische Transportsystem des Satellitenterminals schon bei dessen Bau auf eine spätere Erweiterung ausgelegt.

Der 2016 eröffnete Satellit kostete damals rund 900 Millionen Euro. Auch andere Ausbauprojekte am Flughafen München zeigen die Größenordnung solcher Investitionen: Der neue Flugsteig am Terminal 1, der 2026 in Betrieb gehen soll, schlägt mit rund 665 Millionen Euro zu Buche.

Lufthansa stärkt den Standort München

Für Lufthansa besitzt München seit Jahren hohe strategische Bedeutung. Anders als in Frankfurt ist die Airline hier nicht nur Kunde, sondern auch Mitbetreiber des Terminal 2. Gemeinsam mit der Flughafen München GmbH betreibt Lufthansa das Terminal über ein Joint Venture. Dieses Modell verschafft der Fluggesellschaft größeren Einfluss auf Prozesse, Infrastruktur und künftige Entwicklungen.

Die Verlängerung der Partnerschaft bis 2056 schafft nun langfristige Planungssicherheit. Gleichzeitig deutet der Ausbau darauf hin, dass Lufthansa weiteres Wachstum im Langstreckenverkehr zunehmend über München organisieren könnte.

Frankfurt bleibt wichtiges Lufthansa-Drehkreuz

Trotz der Ausbaupläne in Bayern sieht der Flughafen Frankfurt seine Rolle nicht gefährdet. Fraport-Chef Stefan Schulte verweist darauf, dass Lufthansa auch am größten deutschen Flughafen weiter wachsen könne. Zusätzliche Kapazitäten sollen dort unter anderem durch den geplanten Umzug von Condor in das neue Terminal 3 entstehen.