Diehl Aviation gewinnt Crystal Cabin Award für AURS
Diehl Aviation erhält den Crystal Cabin Award für sein innovatives AURS-System. Der Ansatz setzt neue Maßstäbe für inklusives Flugzeugdesign und barrierefreie Kabinen.
Mit einer weiteren Auszeichnung beim Crystal Cabin Award rückt Diehl Aviation erneut in den Mittelpunkt der Kabineninnovation. Im Rahmen der Aircraft Interiors Expo in Hamburg wurde das Unternehmen für sein „Adaptive User Routing System“ (AURS) in der Kategorie „Accessibility“ geehrt. Damit setzt sich der Trend fort, Barrierefreiheit stärker als integralen Bestandteil moderner Flugzeugkabinen zu begreifen.
Die erneute Prämierung – nach einem Erfolg im Vorjahr – zeigt, dass inklusive Konzepte längst nicht mehr als Nischenlösungen gelten. Vielmehr entwickeln sie sich zunehmend zu einem entscheidenden Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb der Zulieferer und Airlines.
Inklusives Flugzeugdesign: Neue Standards in der Kabine
Im Zentrum der Auszeichnung steht ein Konzept, das die Nutzung von Flugzeugtoiletten grundlegend neu denkt. AURS kombiniert physische Gestaltungselemente mit digitalen Funktionen, um Passagieren mit sensorischen Einschränkungen eine möglichst selbstständige Orientierung zu ermöglichen.
Dazu gehören kontrastreiche Oberflächen, klar strukturierte Bedienelemente sowie taktile Leitsysteme. Ergänzt wird dies durch Brailleschrift und visuelle Anzeigen, die sicherheitsrelevante Informationen auch für hörgeschädigte Reisende zugänglich machen. Ein integrierter Bildschirm im Spiegel überträgt beispielsweise Durchsagen in visueller Form.
Auch die Beleuchtung spielt eine zentrale Rolle: Sie passt sich dynamisch an und unterstützt die Orientierung im Raum. Optional können akustische Signale zusätzliche Hinweise geben – ein Ansatz, der verschiedene Sinneskanäle gleichzeitig anspricht.
Nutzerzentrierung als Schlüssel
Ein entscheidender Faktor für die Entwicklung von AURS liegt im konsequent nutzerzentrierten Ansatz. Das System entstand in enger Abstimmung mit Menschen, die selbst von Seh- oder Hörbeeinträchtigungen betroffen sind. Dadurch flossen reale Nutzungserfahrungen direkt in die Gestaltung ein.
Dieser Ansatz markiert einen Wandel in der Branche: Statt regulatorische Mindestanforderungen zu erfüllen, rücken tatsächliche Bedürfnisse stärker in den Fokus. Das Ergebnis sind Lösungen, die nicht nur funktional, sondern auch intuitiv nutzbar sind.
Technologisch basiert AURS auf einer vernetzten Kabinenplattform, die digitale und physische Systeme miteinander verbindet. Diese sogenannte „Connected Cabin“ ermöglicht es, Funktionen flexibel anzupassen und perspektivisch weiterzuentwickeln.
Derzeit wird das System als Demonstrator unter realitätsnahen Bedingungen getestet – unter anderem gemeinsam mit Interessengruppen aus dem Bereich Barrierefreiheit. Ziel ist es, die Praxistauglichkeit weiter zu optimieren und gleichzeitig Impulse für zukünftige Kabinenkonzepte zu liefern.
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