Lufthansa Technik und Designworks präsentieren mit „The BOW“ ein modulares VIP-Kabinenkonzept für Narrowbody-Jets. Das Design ermöglicht flexible Raumstrukturen für Teams, Business und Events.

Mit „The BOW“ haben Lufthansa Technik und Designworks, ein Unternehmen der BMW Group, ein neues Gestaltungskonzept für VIP-Kabinen in Narrowbody-Flugzeugen vorgestellt. Das Projekt, präsentiert auf der Aircraft Interiors Expo in Hamburg, adressiert einen wachsenden Markt: den Bedarf an flexibel konfigurierbaren Flugzeugkabinen für Gruppenreisen im Premiumsegment.

Im Zentrum steht nicht mehr der einzelne Passagier, sondern die Nutzung durch Teams – etwa Unternehmensführungen, Sportmannschaften oder Touring-Crews. Das Konzept kombiniert technische Kabinenkompetenz mit einem designgetriebenen Raumansatz, der sich an unterschiedliche Einsatzzwecke anpassen lässt.

Modulare Raumarchitektur

Die Grundidee des Kabinenkonzepts ist eine vollständig modulare Kabinenstruktur. Betreiber sollen Flugzeuge künftig stärker an konkrete Missionsprofile anpassen können. Statt fester Layouts ermöglicht das Konzept variable Grundrisse, die sich je nach Bedarf verändern lassen.

So kann die Anzahl privater Suiten reduziert werden, um größere Gemeinschaftsflächen zu schaffen, oder umgekehrt mehr Rückzugsräume entstehen. Auch funktionale Bereiche wie Bordbars oder Meetingzonen lassen sich neu gewichten. Farb- und Materialkonzepte sind ebenfalls Teil der Konfigurationslogik und können frühzeitig in den Planungsprozess integriert werden.

Kabinenkonzept „The BOW“. Lufthansa Technik

Die Zusammenarbeit zwischen Lufthansa Technik und Designworks verbindet dabei zwei Perspektiven: Ingenieurgetriebene Kabinensysteme treffen auf eine Designphilosophie, die aus dem Automobil- und Mobilitätssektor stammt.

Zonen für Arbeit, Privatsphäre und soziale Interaktion

Die Kabine ist in mehrere funktionale Bereiche gegliedert. Der Eingangsbereich fungiert als Lobby und setzt auf offene Architektur mit integrierter Technik und barähnlichen Elementen. Ziel ist ein fließender Übergang zwischen Boarding und Aufenthaltsraum.

Im Zentrum steht eine wandelbare Lounge. Sie kann als Arbeitsumgebung, Präsentationsfläche oder Dining-Bereich genutzt werden. Ein zentraler Tisch lässt sich in mehrere Segmente teilen, wodurch individuelle oder gemeinsame Nutzung möglich wird. Technische Schnittstellen sind dabei weitgehend unsichtbar integriert.

Die privaten Suiten, sogenannte „Bow Suites“, sind für ein bis zwei Personen ausgelegt. Sie bieten Stauraum für persönliches Equipment und ermöglichen sowohl Rückzug als auch gemeinsame Nutzung für Meetings. Flexible Trennelemente erlauben es, Räume offen oder geschlossen zu gestalten. Damit entsteht ein Wechselspiel zwischen Privatsphäre und Interaktion, das je nach Situation angepasst werden kann.

Digitale Systeme und integrierte Bordtechnologie

Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist die enge Verzahnung von Design und digitaler Kabinentechnologie. Lufthansa Technik integriert hierfür das eigene „nice“-System, das sämtliche Bordfunktionen in einer zentralen Plattform bündelt.

Licht, Klima, Entertainment und Sitzfunktionen lassen sich über ein einheitliches Interface steuern. Bedienelemente sind in Oberflächen eingelassen oder verschwinden vollständig im Ruhezustand. Ergänzt wird das System durch induktive Ladeflächen, gebogene Displays und integrierte Audioelemente, die unauffällig in Möbel und Struktur eingebettet sind.