Am BER kommt der Flugbetrieb wegen eines Verdi-Warnstreiks heute vollständig zum Erliegen.

Ein ganztägiger Warnstreik hat den Flugbetrieb am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) vollständig zum Stillstand gebracht. Seit den frühen Morgenstunden starten und landen keine Passagierflugzeuge mehr. Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) bestätigte im Vorfeld, dass sämtliche geplanten Flugbewegungen gestrichen werden müssen.

Auslöser der Arbeitsniederlegung ist ein Aufruf der Gewerkschaft Verdi im Rahmen laufender Tarifverhandlungen. Betroffen ist damit nicht nur ein Teilbetrieb – vielmehr kommt der gesamte zivile Flugverkehr am Hauptstadtflughafen für einen Tag zum Erliegen.

Streik BER: Tausende Reisende betroffen

Die Dimensionen des Ausstands sind erheblich: Rund 445 geplante Flugbewegungen fallen aus. Insgesamt sind etwa 57.000 Passagiere von den Streichungen betroffen. Für viele bedeutet das kurzfristige Änderungen der Reiseplanung oder sogar den vollständigen Ausfall ihrer Verbindung.

Reisende wurden aufgefordert, gar nicht erst zum Flughafen anzureisen und stattdessen direkt Kontakt mit ihren Fluggesellschaften aufzunehmen. Airlines bemühen sich um Umbuchungen oder alternative Verbindungen, allerdings sind die Kapazitäten begrenzt. Entsprechend angespannt ist die Lage auch auf Ausweichrouten, etwa im Bahnverkehr.

Tarifkonflikt als Ursache für den Streik am BER

Hintergrund des Streiks sind festgefahrene Tarifverhandlungen zwischen Verdi und der Flughafengesellschaft FBB. In der zweiten Verhandlungsrunde hatte die Arbeitgeberseite ein erstes Angebot vorgelegt. Aus Sicht der Gewerkschaft reicht dieses jedoch nicht aus, um die Forderungen der Beschäftigten zu erfüllen.

Verdi verlangt für die rund 2.000 Mitarbeitenden der FBB eine Gehaltserhöhung von sechs Prozent, mindestens jedoch 250 Euro monatlich je Entgeltgruppe. Darüber hinaus steht ein zusätzlicher freier Tag für Gewerkschaftsmitglieder zur Debatte. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll nach Vorstellung der Arbeitnehmerseite zwölf Monate betragen.

Die Arbeitgeber verweisen hingegen auf wirtschaftliche Rahmenbedingungen und sehen in ihrem Angebot einen ersten Verhandlungsschritt. Eine Einigung ist derzeit nicht in Sicht.