Nachtflüge in Hamburg: Weniger Verspätungen, mehr Beschwerden
Am Hamburg Airport sind 2025 deutlich weniger Flüge in der Nacht gestartet oder gelandet als im Jahr davor. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht der Fluglärmschutzbeauftragten hervor. Die Zahl der Lärmbeschwerden ist dennoch gestiegen – eingereicht von weniger Menschen.
Der Flughafen Hamburg liegt nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Entsprechend sensibel ist das Thema Nachtruhe für die umliegenden Stadtteile. Der neue Jahresbericht der Fluglärmschutzbeauftragten (FLSB) liefert nun Zahlen für 2025: Insgesamt 756 Flüge fanden nach 23 Uhr statt. Im Jahr 2024 waren es noch 987. Das entspricht einem Rückgang von rund 23 Prozent.
Verspätungsregelung bei Nachtflügen in Hamburg
Grundsätzlich ist der Flugbetrieb in Hamburg zwischen 6 und 23 Uhr erlaubt. In der Stunde bis Mitternacht greift eine Sonderregel: Passagierflüge, die nachweislich unvermeidbar verspätet sind, dürfen ohne vorherige Genehmigung noch starten und landen. Ob die Verspätung tatsächlich nicht zu verhindern war, prüft die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) im Nachhinein.
Genau hier setzen Behörde und FLSB an. Nach eigenen Angaben haben sie die Fluggesellschaften wiederholt direkt angesprochen und auf pünktlichere Umläufe gedrängt. Die Airlines hätten daraufhin ihre Flugpläne angepasst. Hinzu kommt ein finanzieller Hebel: Seit dem vergangenen Jahr gilt eine neue Entgeltordnung, nach der die Zuschläge für Starts und Landungen ab 22 Uhr stufenweise steigen. Umweltsenatorin Katharina Fegebank verweist dabei ausdrücklich auf die innenstadtnahe Lage des Flughafens und die Akzeptanz der Anwohner.
Wetter bremst die Entwicklung bei den Nachtflügen
Ganz ohne Rückschläge verlief das vergangene Jahr nicht. Ausgedehnte Unwetterlagen mit Starkregen und Gewittern sorgten im Sommer 2025 in Deutschland und Europa für Verzögerungen im Luftverkehr. Auch die großen Waldbrände in Spanien und Frankreich wirkten sich auf den Flugbetrieb aus.
Für 2026 zeichnet sich bislang ein ähnliches Bild ab, wenn auch weniger ausgeprägt. Bis Ende September zählte die FLSB 569 verspätete Flüge, im Vorjahreszeitraum waren es 601 – ein Minus von gut fünf Prozent. Der Jahresbeginn fiel wegen anhaltender Winterbedingungen im Januar und Februar zunächst schlechter aus, auch der August war wetterbedingt schwach. Zwischen März und Juli lagen die Werte dagegen klar unter denen des Vorjahres. Für den September erwartet die Behörde ebenfalls ein deutlich besseres Ergebnis.
Fluglärm in Hamburg: Weniger Beschwerdeführer, mehr Beschwerden
Bemerkenswert ist die Entwicklung bei den Lärmbeschwerden. 2025 wandten sich 967 Personen an die Fluglärmschutzbeauftragte, nach knapp 1.300 im Jahr 2024. Die Gesamtzahl der eingegangenen Beschwerden stieg jedoch von rund 24.500 auf etwa 27.000. Rechnerisch reichte damit jeder Beschwerdeführer im Schnitt deutlich mehr Meldungen ein als im Vorjahr. Ein kleinerer Kreis von Anwohnern meldet sich also offenbar sehr regelmäßig.
Leisere Flotten über Hamburg
Langfristig dürfte auch die Flottenmodernisierung den Lärm rund um den Flughafen senken. Flugzeuge wie der Airbus A320neo oder die Boeing 737 MAX sind mit Mantelstromtriebwerken neuester Generation ausgestattet, die spürbar leiser arbeiten. Ihr Anteil am Hamburger Flugverkehr lag 2025 bei etwa 23 Prozent. Die Quote steigt zwar, bis diese Muster den Großteil der Bewegungen ausmachen, dürfte es aber noch einige Jahre dauern.