Japan-Airline ANA setzt auf Wien: Mehr Flüge sind geplant
Der Präsident und CEO der japanischen All Nippon Airways (ANA), Juichi Hirasawa, erläutert im Gespräch mit AERO-INTERNATIONAL-Autor Kurt Hofmann die Bedeutung des österreichischen Markts für seine Airline.
Den anhaltenden Trend zu einer deutlichen Steigerung der Übernachtungszahlen japanischer Gäste in Österreich bemerkt man auch bei der japanischen Fluggesellschaft ANA. Gegenwärtig ist sie dreimal wöchentlich von Tokio-Haneda mit Boeing 787-9 nach Wien unterwegs. Und ihre Star-Alliance-Partnerin Austrian Airlines bietet gar tägliche Verbindungen auf derselben Strecke mit Boeing 777-200 an.
„Wien ist bedeutend für uns, vor allem bezüglich des Tourismus“, sagt Juichi Hirasawa, Präsident und CEO der ANA, im Gespräch mit AERO INTERNATIONAL während der IATA-Jahreshauptversammlung in Rio de Janeiro. „Wir planen künftig bis zu fünf wöchentliche Flüge nach Wien. Aber auch tägliche Frequenzen wären möglich“, verrät er außerdem. Sowohl auf dem Inlands- als auch auf dem internationalen Markt verzeichne ANA eine trotz geopolitischer Spannungen „sehr starke Nachfrage“, betont Hirasawa. „Wir gehen davon aus, dass dies auch bei höheren Treibstoffzuschlägen so bleiben wird,“ meint der Präsident.
Warum ANA trotz höherer Kosten an Europa und Wien festhält
Zugleich zwingen die seit Ausbruch des Krieges im Iran gestiegenen Treibstoffkosten die Fluggesellschaft zu einer konsequenten Kostenkontrolle. Aufgrund des anhaltenden Krieges in der Ukraine meidet ANA auf ihren Europa-Verbindungen wie nach Österreich und Deutschland weiterhin den russischen Luftraum. Die dadurch längeren Flugzeiten erhöhen den Treibstoffverbrauch.
Hirasawa versichert jedoch, dass die Europa-Strecken trotz der längeren Flugzeiten und gestiegenen Kerosinpreise weiterhin profitabel seien. „Wir sind in der Lage, diese Kosten zu managen“, erklärt er. Auch wenn die Fluglinien aus der Golfregion ihre Kapazitäten wieder verstärkt zurück auf dem Markt bringen: Es gäbe Geschäft für alle, auch von Japan nach Europa, so Hirasawa.
Immer mehr Japaner reisen nach Österreich
Seit dem 11. Juli fliegt zum Beispiel Emirates wieder zweimal täglich von Wien nach Dubai, ebenfalls mit Anschluss nach Japan. ANA fliegt unter anderem in das zu Österreich benachbarte München: ein weiterer Ausgangspunkt vieler Japaner für Reisen in die Alpenrepublik.
In den ersten fünf Monaten des Jahres wurden in Österreich 45 200 Anknüfte aus Japan verzeichnet, ein Zuwachs von 10,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Übernachtungen japanischer Gäste lagen bei 102 500 (+ 10,2 Prozent). Im Jahr 2025 waren es insgesamt 124 800 Ankünfte, ein Plus von 18,1 Prozent. Sie sorgten im vergangenen Jahr für 281 000 Übernachtungen (+ 18,8 Prozent).
Wie ANA ihre Flotte bis 2030 ausbauen will
Im Sommer besuchen die Japaner ihre fünf Lieblingsdestinationen: Wien, Salzburg, gefolgt von Innsbruck und seinen Feriendörfern, dann Linz und das Salzkammergut. 64 Prozent der Japaner in Österreich kommen wegen der Sehenswürdigkeiten. Mit Sport haben es die Japaner in Österreich dagegen nicht so: 84 Prozent geben an, keine sportlichen Tätigkeiten im Land auszuüben.
Doch zurück zu ANA. Präsident Hirasawa gibt noch Auskunft über einen strategischen Flottenplan bis 2030. Demnach möchte der Carrier seine Flotte auf insgesamt 320 Flugzeuge ausbauen. Zum Ende des vorigen Geschäftsjahres (31. März) betrieb die Airline eine Flotte von 296 Flugzeugen. Dazu gehören A320neo und A380 sowie Boeing 767-300ER, 777-300ER und die Dreamliner-Varianten 787-8, 787-9 und 787-10.
Wann kommt die erste Boeing 777-9 zur ANA?
Die erste Boeing 777-9 soll im Geschäftsjahr 2027 ausgeliefert werden. Mit Lieferverzögerungen rechnet Hirasawa derzeit nicht. „Sollte es dennoch zu Verspätungen kommen, verschieben wir einfach die Ausflottung bestehender Flugzeuge. Das hätte keine Auswirkungen auf unseren Betrieb“, zeigt sich der Chef ganz pragmatisch.
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