Flughafen-Malaria in Frankfurt fordert zwei Todesopfer
Am Frankfurter Flughafen sind zwei Beschäftigte an Flughafen-Malaria gestorben. Was hinter dem seltenen Infektionsweg steckt und wie groß das Risiko wirklich ist.
Am Flughafen Frankfurt haben sich im Sommer sechs Beschäftigte mit Malaria infiziert, zwei von ihnen sind inzwischen gestorben. Als Ursache gilt eine eingeschleppte Mücke aus einem Malariagebiet, ein Phänomen, das Fachleute als Flughafen-Malaria bezeichnen und das äußerst selten auftritt.
Zwei Todesfälle nach Infektion am Frankfurter Flughafen
Wie das Gesundheitsamt Frankfurt mitteilte, starb der erste Betroffene bereits Anfang Juli. Die eigentliche Todesursache wurde jedoch erst im Nachhinein festgestellt. Ein zweiter Mitarbeiter erlag der Erkrankung im August. Beide hatten sich mit Malaria tropica infiziert, der gefährlichsten Form der Krankheit. Die übrigen vier erkrankten Beschäftigten wurden behandelt und sind mittlerweile wieder genesen.
Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte den Ausbruch bereits Mitte Juli in seinem Epidemiologischen Bulletin bestätigt und dabei zunächst vier Erkrankungsfälle im Zeitraum vom 4. bis 6. Juli aufgeführt. Als wahrscheinlichste Ursache nennt das Institut eine infizierte Anophelesmücke, die per Flugzeug nach Deutschland gelangt sein dürfte.
Wie es zur Flughafen-Malaria kommt
Der Begriff Flughafen-Malaria beschreibt Fälle, in denen eine mit Malariaerregern infizierte Mücke unbemerkt in einem Flugzeug oder im Reisegepäck transportiert wird und anschließend Menschen im Umfeld des Flughafens sticht, ohne dass die Betroffenen selbst gereist sind. Laut RKI handelt es sich um ein sehr seltenes Ereignis. Der bislang letzte dokumentierte Fall in Deutschland trat 2023 ebenfalls am Frankfurter Flughafen auf.
Weil die Betroffenen keine klassische Reisegeschichte in ein Malariagebiet vorweisen, gestaltet sich die Diagnose oft schwierig. Das RKI rät Ärztinnen und Ärzten, die Menschen mit Kontakt zu interkontinentalen Flugverbindungen behandeln, insbesondere im Sommer bei unklarem Fieber ohne erkennbare Reiseanamnese auch an eine mögliche Flughafen-Malaria zu denken.
Fraport reagiert mit Mückenfallen
Der Flughafenbetreiber Fraport hat nach Bekanntwerden der Fälle Mückenfallen auf dem Gelände aufgestellt. Gefangene Exemplare werden derzeit in einem Labor untersucht, um die genaue Herkunft der Erreger zu klären. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte die laufenden Untersuchungen.
Gesundheitsamt sieht kaum Risiko für die Bevölkerung
Der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, Peter Tinnemann, schätzt die Gefahr für die breite Öffentlichkeit als gering ein. Die auslösende Mücke sei mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits abgestorben, eine Übertragung von Mensch zu Mensch sei bei Malaria grundsätzlich nicht möglich. „Das Risiko für die Frankfurter Bevölkerung ist vernachlässigbar“, so Tinnemann.
Nach Angaben des Auswärtigen Amts kann Malaria unbehandelt vor allem bei Risikogruppen schwer verlaufen und im Extremfall tödlich enden. Vorbeugende Medikamente und ein wirksamer Schutz vor Mückenstichen gelten als die zuverlässigsten Mittel, um einer Ansteckung in tatsächlichen Risikogebieten vorzubeugen. Am Frankfurter Flughafen selbst laufen die Untersuchungen zur genauen Ursache der aktuellen Fälle weiter.