DLR Design-Challenge 2026: TU Berlin gewinnt mit Forschungsflugzeug HYDRA
TU Berlin gewinnt die DLR Design Challenge 2026 mit dem Konzept HYDRA. Alle Ergebnisse, Platzierungen und Hintergründe zum studentischen Flugzeugentwurf.
Ein Team der Technischen Universität Berlin hat die zehnte Ausgabe der DLR Design Challenge gewonnen. Mit ihrem Entwurf HYDRA setzten sich die Studierenden gegen 15 weitere Teams durch, die bei der Abschlussveranstaltung am 20. August 2026 am DLR-Standort Hamburg-Finkenwerder ihre Konzepte vor einer Fachjury vorstellten.
Aufgabe der DLR Design Challenge: Ein fliegender Versuchsträger
Gestellt war eine anspruchsvolle Entwicklungsaufgabe: Die Teams sollten ein komplett neues Kleinflugzeug entwerfen, das künftig als fliegender Prüfstand für Luftfahrttechnologien dienen kann – praxisnah genug, um bereits in den kommenden Jahren tatsächlich gebaut und geflogen zu werden. Hintergrund ist die Absicht, neue Technologien für den Einsatz in kommerziellen Verkehrsflugzeugen ab 2050 unter realen Flugbedingungen zu testen, statt sie ausschließlich im Labor oder am Boden zu erproben. Ein modularer Aufbau sollte dabei den Wechsel zwischen unterschiedlichen Antrieben und Systemen mit möglichst wenig Aufwand ermöglichen.
Rund vier Monate Zeit hatten die 16 studentischen Teams für ihre Entwürfe, begleitet von einem Entwicklungsprozess, der sich an der realen Flugzeugentwicklung orientiert. Neu in diesem Jahr: Erfahrene DLR-Fachleute standen den Teams erstmals als Mentoren zur Seite. Ausgerichtet wurde der Wettbewerb gemeinsam vom DLR-Institut für Systemarchitekturen in der Luftfahrt und dem DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik.
Diese drei Konzepte überzeugten bei der DLR Design Challenge
Den ersten Platz sicherte sich das Berliner Team mit HYDRA. Die Jury hob besonders die durchdachte Kombination der eingesetzten Technologien hervor. Vor allem den modular austauschbaren Antriebsstrang, der eine zügige Umrüstung zwischen verschiedenen Konfigurationen erlaubt.
Auf Rang zwei landete die TU Braunschweig mit dem Entwurf KANGAROO. Im Zentrum steht hier die gezielte Erprobung von Wasserstoffantrieben in großen Flughöhen, samt der damit verbundenen technischen Herausforderungen.
Platz drei ging an die RWTH Aachen mit HYDRA-X. Der Entwurf legt den Schwerpunkt auf einen ganzheitlichen Flugzeugentwurf; ausschlaggebend für die Platzierung war neben dem technischen Konzept auch die überzeugende Präsentation des Teams.
Warum Forschungsflugzeuge in der Luftfahrtentwicklung an Bedeutung gewinnen
Der Weg von der Laborerprobung in den realen Flugbetrieb gilt als eine der größten Hürden bei der Entwicklung neuer Luftfahrttechnologien, technisch, regulatorisch und wirtschaftlich. Entwicklungs- und Zertifizierungszyklen sind in der Branche traditionell lang. Fliegende Versuchsträger sollen genau hier ansetzen: als Bindeglied zwischen Forschung und späterer Anwendung, mit dem sich Technologien im Zusammenspiel unter realen Bedingungen testen lassen, bevor technische Risiken erst im späteren Entwicklungsprozess sichtbar werden.
Von Hamburg zum Luft- und Raumfahrtkongress
Für die drei erstplatzierten Teams geht es weiter zum Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress (DLRK) 2026 in Aachen. Das Siegerteam aus Berlin erhält zusätzlich die Gelegenheit, HYDRA im Rahmen der European Aerospace Science Network Conference (EASN 2026) in Toulouse einem internationalen Fachpublikum vorzustellen.
Die DLR Design Challenge, seit zehn Jahren fester Bestandteil der Nachwuchsförderung in der deutschen Luftfahrtforschung, verbindet damit technologische Erprobung mit der gezielten Qualifizierung künftiger Ingenieurinnen und Ingenieure für die Branche.




