Frankfurt am Main Hohe Treibstoffkosten und Luftverkehrsteuer belasten das Lufthansa-Ergebnis für 2011. Doch dieses Jahr soll besser laufen Die Deutsche Lufthansa AG hat im Geschäftsjahr 2011 bei einem um 8,6 Prozent gesteigerten Umsatz von 28,7 Milliarden Euro einen operativen Gewinn in Höhe von 820 Millionen Euro erwirtschaftet. Dies entspricht einem Rückgang um 200 Millionen Euro […]

Frankfurt am Main

Hohe Treibstoffkosten und Luftverkehrsteuer belasten das Lufthansa-Ergebnis für 2011. Doch dieses Jahr soll besser laufen

Die Deutsche Lufthansa AG hat im Geschäftsjahr 2011 bei einem um 8,6 Prozent gesteigerten Umsatz von 28,7 Milliarden Euro einen operativen Gewinn in Höhe von 820 Millionen Euro erwirtschaftet. Dies entspricht einem Rückgang um 200 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. 

In dem Konzernergebnis enthalten ist die Bilanz aus aufgegebenen Geschäftsbereichen mit einem Minus von 285 Millionen Euro, das sich aus der zum Verkauf an die International Airlines Group vorgesehenen Konzerngesellschaft British Midland Ltd. sowie verkaufsbedingten Bewertungseffekten zusammensetzt. Der so errechnete Nettoverlust des Konzerns liebt bei 13 Millionen Euro. 

„In einem derart turbulenten Umfeld, das durch exogene Schocks und regulatorische Bürden gekennzeichnet ist, einen Gewinn in dieser Größenordnung ausweisen zu können ist beachtlich und macht den Lufthansa Konzern einmal mehr zur Nummer Eins in Europa,“ so Christoph Franz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG, zur Jahresbilanz des Konzerns. 

Aktionäre sollen Dividende von 25 Cent pro Aktie erhalten 

Trotz negativem Ergebnis im Einzelabschluss weicht Lufthansa ausnahmsweise von ihrer Dividendenpolitik ab und schlägt der Hauptversammlung am 8. Mai die Auszahlung einer Dividende in Höhe von 25 Cent pro Aktie vor. Franz sagte dazu: „Das Vertrauen in die Lufthansa Aktie und in die positive Entwicklung unseres Unternehmens lohnt sich. Deshalb wollen wir auch in diesem Jahr unsere Aktionäre am operativen Erfolg beteiligen.“ 

Konzernprogramm SCORE soll operative Marge langfristig steigern 

Während der operative Gewinn für 2011 jedoch noch Anlass zur Freude gab, sieht es mit der operative Marge anders aus. Diese beträgt für das Jahr 2011 3,4 Prozent. Seit Januar arbeitet der Lufthansa Konzern deshalb im Rahmen eines übergreifenden Programms mit dem Namen „SCORE“ an einer nachhaltigen Ergebnisverbesserung, die bis Ende 2014 realisiert werden soll. So will der Konzern langfristig in der Lage sein, seine Investitionen zu verdienen und seine finanzielle Solidität zu erhalten. 

„Wir müssen dem Wandel in unserer Industrie mit flexiblen Strukturen begegnen, die es uns auch in Zukunft ermöglichen, die Nummer Eins in Europa zu sein“, betonte Franz. Erreichen will Lufthansa dies unter anderem durch das Realisieren von Synergiepotentialen im Einkauf des Konzerns und einer noch besseren Harmonisierung der Flugpläne zwischen den Fluggesellschaften. Auch eine Verschlankung der administrativen Bereiche und Managementfunktionen sowie die Bündelung übergreifender Servicefunktionen seien notwendig, um die Gemeinkosten des Konzerns weiter zu senken, sagte Franz. 

Passagiergeschäft leidet unter hohen Treibstoffkosten 

Ausschlaggebend für den Rückgang des operativen Jahresgewinns um 44,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert waren vor allem höhere Treibstoffkosten. Zusätzlich führte der Konzern 361 Millionen Euro Luftverkehrsteuer an die Behörden in Deutschland und Österreich ab. 

Nachdem das für 2012 geplante Wachstum für das Geschäftsfeld Passage Airline Gruppe bereits im dritten Quartal 2011 von neun auf drei Prozent reduziert worden war, ist nunmehr ein Wachstum der angebotenen Sitzkilometer von insgesamt zwei Prozent für das laufende Jahr geplant. Die Lufthansa Passage prüft unterdessen ein Nullwachstum im Vergleich zum Vorjahr. Sie hatte einen Anteil von 168 Millionen Euro am operativen Ergebnis der Passage Airline Gruppe. Dies entspricht einem Rückgang um 214 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreswert. Den Anteil der Premiumerlöse an der Langstrecke steigerte die Gesellschaft  jedoch um 1,7 Prozentpunkte auf über 50 Prozent, und dies, obwohl im Rahmen der Flottenmodernisierung der Anteil an Sitzen in der Economy Class überproportional zugenommen hat. Mit Hilfe des Ergebnissicherungsprogramms Climb 2011, das mit Ablauf des Jahres endete, konnte die Lufthansa Passage außerdem ihre Stückkosten, bereinigt um Treibstoffkosten, insgesamt um 2,5 Prozent senken, auf Kurzstrecken um vier Prozent. 

Auch die übrigen Geschäftsfelder trugen mit einem operativen Gewinn zum Gesamtergebnis des Konzerns bei. Im Bereich der Logistik erzielte Lufthansa Cargo mit 249 Millionen Euro das zweitbeste operative Ergebnis in der Unternehmensgeschichte. Das rückläufige Branchenwachstum in der zweiten Jahreshälfte 2011 und die gestiegenen Treibstoffkosten waren aber ausschlaggebend dafür, dass das Rekordergebnis von 2010 nicht erreicht wurde. Für das laufende Jahr plant Lufthansa Cargo zunächst kein Kapazitätswachstum gegenüber dem Vorjahr. Lufthansa Technik verfehlte bei einer guten operativen Entwicklung das Ergebnis des Vorjahres nur knapp und verzeichnete, bedingt durch Rückstellungen für langfristige Verträge, einen operativen Gewinn von 257 Millionen Euro. Das Geschäftsfeld IT-Services verdoppelte dank der Neuausrichtung von Lufthansa Systems den operativen Gewinn nahezu auf 19 Millionen Euro und stabilisierte den Umsatz. Im Geschäftsfeld Catering steigerte LSG Sky Chefs sowohl Umsatz als auch operativen Gewinn. Dieser betrug für das Jahr 2011 85 Millionen Euro.

Prognose für 2012

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Lufthansa Konzern mit einem operativen Gewinn im mittleren dreistelligen Millionen Euro Bereich. Alle Geschäftsfelder sollen laut Franz mit erwarteten operativen Gewinnen zu diesem Ergebnis beitragen. Wie hoch der operative Gewinn des Konzerns zum Jahresende genau ausfalle werde durch die weitere Entwicklung der Rahmenbedingungen, insbesondere des Treibstoffpreises, bestimmt werden. Franz bekräftigte in dieser Hinsicht jedoch die Entschlossenheit des Konzerns sich auch in Zukunft an der Spitze zu positionieren: „ Wir sind in der Lage, dies aus eigener Kraft zu tun. Wir haben die entsprechenden Maßnahmen vorbereitet und bereits erste Ergebnisse erzielt. Der Vorstand ist entschlossen, den Weg in Richtung Erfolg konsequent weiter zu gehen.“