Ein Powerbank-Brand im Flugzeug zwingt einen KLM-Jet zur Umkehr über dem Atlantik. Betroffen war offenbar Ex-KLM-Chef Camiel Eurlings.

Ein Flug der niederländischen Airline KLM von Amsterdam nach Curaçao ist am Donnerstag über dem Atlantik abgebrochen worden. Auslöser war ein Powerbank-Brand im Flugzeug, der in der Business Class der eingesetzten Boeing 777-300ER ausbrach. Die Kabinencrew konnte das Feuer zwar rasch löschen, an Sitz und Kabinenverkleidung entstanden jedoch sichtbare Schäden. Das Flugzeug musste zum Ausgangsflughafen Amsterdam Schiphol zurückfliegen.

Ablauf des Zwischenfalls über dem Nordatlantik

Flug KLM 735 war mittags regulär in Amsterdam gestartet und befand sich bereits im Reiseflug, als an einem Fensterplatz der Business Class eine mobile Powerbank explodierte. Das Gerät fing sofort Feuer, in der Kabine entstand starke Rauchentwicklung. Die Flugbegleiter reagierten mit den vorgeschriebenen Notfallmaßnahmen für Akkubrände, isolierten das brennende Gerät und erstickten die Flammen. Weil bei Lithium-Akkus auch nach dem Löschen verdeckte Glutnester nicht auszuschließen sind, entschied die Kapitänin, die Maschine über dem Atlantik zu wenden und nach Amsterdam zurückzukehren. Die Landung verlief ohne weitere Zwischenfälle.

Prominenter Passagier im Fokus

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte der Besitzer, dem das defekte Gerät gehört haben soll: Medienberichten zufolge saß der ehemalige KLM-Vorstandschef Camiel Eurlings an dem betroffenen Sitzplatz. Eurlings hatte die Fluggesellschaft 2013 und 2014 geleitet und war zuvor niederländischer Verkehrsminister. Eine offizielle Bestätigung durch KLM zur Personalie steht bislang aus, die genaue Brandursache wird derzeit noch untersucht.

Alle 322 Passagiere sowie die Crew blieben unverletzt. Da das Flugzeug wegen der notwendigen technischen Kontrollen an Elektrik und Innenverkleidung vorerst nicht weiterfliegen konnte, brachte KLM die Reisenden in Hotels in Flughafennähe unter und buchte sie auf spätere Verbindungen in die Karibik um.

Regeln für Lithium-Akkus im Luftverkehr

Der Vorfall lenkt erneut den Blick auf die Risiken von Lithium-Ionen-Akkus an Bord von Passagierflugzeugen. Werden solche Zellen beschädigt, falsch verarbeitet oder überhitzt, kann es zum sogenannten thermischen Durchgehen kommen – einer Kettenreaktion mit extremer Hitze, brennbaren Gasen und offener Flamme. Deshalb verbieten ICAO und EASA den Transport von Powerbanks im aufgegebenen Gepäck; sie müssen zwingend ins Handgepäck, damit ein Brand von der Crew unmittelbar erkannt wird.

KLM erlaubt Powerbanks im Handgepäck nur bis zu bestimmten Kapazitätsgrenzen, das aktive Laden von Geräten während des Fluges ist untersagt. Ob dagegen verstoßen wurde oder sich der Akku ohne äußere Einwirkung entzündete, ist noch offen.