Bund reagiert mit neuer Drohnenabwehr auf Vorfall in Leipzig
Nach dem Drohnenvorfall in Leipzig plant Bundesinnenminister Dobrindt eine verstärkte Drohnenabwehr an Flughäfen sowie einen digitalen Schutzschild gegen Cyberangriffe.
Ein abgewehrter Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig hat die Bundesregierung aufgeschreckt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) kündigte an, die Drohnenabwehr an deutschen Flughäfen künftig deutlich auszubauen. Zugleich soll auch die Abwehr von Cyberangriffen auf kritische Infrastruktur verstärkt werden.
Warum die Drohnenabwehr an Flughäfen jetzt Priorität hat
Unbemannte Fluggeräte gelten seit Jahren als wachsendes Sicherheitsrisiko für den Luftverkehr. Bereits kleinere Drohnen können im Umfeld von Start- und Landebahnen erhebliche Störungen verursachen, im schlimmsten Fall sogar Kollisionen mit Verkehrsflugzeugen provozieren. Der Vorfall in Leipzig zeigt aus Sicht des Innenministeriums, dass bestehende Sicherheitskonzepte an deutschen Flughäfen nicht mehr ausreichen. Wie die geplanten technischen Maßnahmen konkret aussehen sollen, ließ Dobrindt bislang offen. Klar ist jedoch, dass Erkennungs- und Abwehrsysteme, die feindliche Drohnen frühzeitig identifizieren und neutralisieren können, im Zentrum der Überlegungen stehen dürften.
Cyberdome: Digitaler Schutzschild als Ergänzung zur Drohnenabwehr
Neben der Abwehr physischer Bedrohungen durch Drohnen rückt auch die digitale Sicherheit stärker in den Fokus. Einem Zeitungsbericht zufolge arbeitet das Innenministerium an einem Projekt mit dem Namen „Cyberdome“. Dahinter verbirgt sich ein bundesweites Netz aus digitalen Sensoren, das Cyberangriffe auf Behörden und Unternehmen frühzeitig erkennen und abwehren soll. Hintergrund ist die schiere Zahl der Attacken: Nach Angaben des Ministeriums verzeichnen deutsche Behörden und Firmen täglich mehrere Hundert Hackerangriffe. Ein engmaschiges Sensorennetz soll solche Angriffsversuche künftig zentral sichtbar machen, bevor größerer Schaden entsteht.
Offene Fragen zu Umsetzung und Zeitplan
Sowohl bei der Drohnenabwehr an Flughäfen als auch beim Cyberdome-Projekt fehlen bislang konkrete Zeitpläne. Weder die Kosten noch der Zeitpunkt der Umsetzung wurden vom Innenministerium beziffert. Auch bleibt offen, welche Behörden und Flughafenbetreiber in die Umsetzung eingebunden werden und wie die Finanzierung der neuen Sicherheitsarchitektur erfolgen soll. Für die deutsche Luftfahrtbranche dürfte die Ankündigung dennoch ein Signal sein: Sicherheitsfragen rund um Drohnen und Cyberangriffe rücken auf der politischen Agenda deutlich nach oben. Ob und wie schnell sich das auf den betrieblichen Alltag an Flughäfen auswirkt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.