Vulkanausbruch in Indonesien: Aschewolke legt Flugverkehr lahm
Nach dem Ausbruch des Anak Krakatau sind in Indonesien mehr als 1.500 Flüge gestrichen. Betroffen sind Jakarta und Bandung.
Ein Ausbruch des Vulkans Anak Krakatau bringt den Flugbetrieb in Indonesien seit dem Wochenende erheblich durcheinander. Nach Angaben des indonesischen Verkehrsministeriums fielen bislang mehr als 1.500 Flüge aus, rund 170.000 Passagiere sind betroffen. Besonders Reisende auf Strecken nach Singapur, Doha, Sydney und Kuala Lumpur. Grund ist die Vulkanasche, die für Flugzeugtriebwerke zur ernsten Gefahr werden kann: Sie schmilzt bei hohen Temperaturen im Triebwerk und kann Triebwerksschäden bis hin zum Totalausfall verursachen.
Am stärksten trifft es Soekarno-Hatta, den Flughafen der Hauptstadt Jakarta und wichtigstes Luftfahrt-Drehkreuz Südostasiens. Obwohl der Vulkan rund 150 Kilometer entfernt liegt, wurde dort Vulkanasche in der Luft nachgewiesen. Der Airport bleibt deshalb voraussichtlich bis Montagabend Ortszeit gesperrt. Auch der internationale Flughafen Husein Sastranegara nahe der Millionenstadt Bandung ruht weiterhin. Sechs kleinere Regionalflughäfen sind ebenfalls seit dem Wochenende geschlossen, ein Zeitpunkt für die Wiedereröffnung steht noch nicht fest. Der Flughafen auf Bali war zuletzt weiter in Betrieb.
Alarmstufe drei wegen Vulkanausbruch bleibt bestehen
Die Katastrophenschutzbehörde BNPB stuft die Lage weiterhin mit Alarmstufe drei ein, der zweithöchsten Warnstufe des Landes. Um die Aschewolke schneller aus der Luft zu bekommen, plant die Behörde eine künstliche Wolkenimpfung, die Regen auslösen soll. Der Bevölkerung wird geraten, bei Ascheniederschlag im Freien Masken und Augenschutz zu tragen, beim Autofahren besonders vorsichtig zu sein und Aktivitäten im Freien möglichst einzuschränken.
Keine Tsunami-Gefahr trotz weiterer Eruptionen
Beim Ausbruch war ein lautes Grollen noch in bis zu 700 Kilometer Entfernung zu hören. Die indonesische geologische Behörde registrierte am Sonntag zwei weitere Eruptionen des Vulkans, der zwischen den Inseln Java und Sumatra liegt. Anders als bei früheren Ereignissen gehen die Behörden aktuell nicht davon aus, dass die Ausbrüche einen Tsunami auslösen könnten.
Hintergrund dieser Einschätzung ist der Zustand des Kraters: 2018 war er bei einem Ausbruch teilweise eingestürzt und hatte dadurch eine Flutwelle ausgelöst, der mehr als 400 Menschen zum Opfer fielen. Die seither neu entstandene Kraterstruktur gilt nach Angaben der Behörde nun als vergleichsweise stabil, weshalb ein ähnliches Szenario derzeit als unwahrscheinlich eingeschätzt wird.