All Nippon Airways und Airbus starten ein Ab-initio-Ausbildungsprogramm für Piloten in Portugal. Die ersten 19 Kadetten beginnen noch 2026 ihre Ausbildung.

All Nippon Airways (ANA) setzt bei der Ausbildung seines fliegerischen Nachwuchses künftig auf Airbus. Die japanische Fluggesellschaft und der europäische Flugzeughersteller haben eine umfassende Trainingsvereinbarung unterzeichnet, die eine bereits fast vier Jahrzehnte währende Partnerschaft weiter vertieft.

Ab-initio-Ausbildung ohne Vorkenntnisse

Im Zentrum der Vereinbarung steht ein Ab-initio-Programm: Kadetten der ANA-Gruppe und angeschlossener Partnerfluggesellschaften starten ohne jegliche fliegerische Vorerfahrung und durchlaufen sämtliche Ausbildungsphasen bis zur Lizenz als Verkehrspilot. Austragungsort ist die Sevenair Academy im portugiesischen Ponte de Sor. Der erste Jahrgang mit 19 Kadetten soll noch in diesem Jahr mit dem Training beginnen.

Durch die Einbindung in das globale Trainingsnetzwerk von Airbus lernen die Nachwuchspiloten von Anfang an nach einem einheitlichen Lehrplan, der auf den Standard-Ausbildungskonzepten und modernen Lernmethoden des Herstellers basiert.

Piloten-Ausbildungsprogramm folgt dem CBTA-Ansatz

Takeshi Tsuchida, Executive Vice President of Flight Operations bei ANA, betonte, das Programm vereine aktuelle Sicherheitserkenntnisse mit dem kompetenzbasierten Trainingsansatz von Airbus, bekannt als Competency-Based Training and Assessment (CBTA). Ziel sei es, den Kadetten jene Fähigkeiten zu vermitteln, die für den Umgang mit komplexen Betriebssituationen im heutigen Flugbetrieb nötig sind.

Auch bei Airbus zeigt man sich über die Zusammenarbeit erfreut. Thomas Aoudia, Head of Operations and Business Development bei Airbus Training Services, sprach von einer besonderen Auszeichnung, dass eine für ihre Sicherheitskultur bekannte Airline wie ANA ihre künftigen Piloten dem Airbus-Netzwerk anvertraue. Der Ab-initio-Ausbildungsweg lege von Beginn an Wert auf grundlegende fliegerische Kompetenzen und sorge so für einen einheitlichen Übergang vom ersten Flugstunden bis ins Cockpit einer Linienmaschine.

Wachsender Bedarf an Piloten in Asien-Pazifik-Region

Die neue Vereinbarung fällt in eine Phase, in der der weltweite Luftverkehr vor einem massiven Personalbedarf steht. Laut dem aktuellen Airbus Global Services Forecast werden in den kommenden 20 Jahren weltweit rund 633.000 neue Piloten benötigt – allein 104.000 davon in der Region Asien-Pazifik. Mit der erweiterten Kooperation reagieren ANA und Airbus direkt auf diesen Bedarf und wollen so eine verlässliche, hochwertige Ausbildungsbasis für den japanischen Luftfahrtmarkt sichern.