Der Ätna-Ausbruch legt den Flugverkehr in Catania erneut lahm. Alarmstufe Rot, Ascheeruption und Lavaströme sorgen für Reisechaos.

Sizilien kommt in diesem Sommer nicht zur Ruhe: Der Ätna, Europas höchster und aktivster Vulkan, hat seine Ausbruchsphase fortgesetzt und sorgt seit Tagen für massive Störungen im Flugverkehr. Am Flughafen Catania mussten die Behörden erneut alle Landungen aussetzen – mitten in der Hochsaison, in der besonders viele Urlauber aus Deutschland auf der Insel unterwegs sind.

Ätna-Ausbruch bringt zwei Krater gleichzeitig in Aktion

Nach Angaben des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) sind derzeit zwei Schlote in rund 2.360 und 2.750 Metern Höhe aktiv. Aus ihnen treten dicke Lavaströme sowie große Mengen Vulkanasche aus. Die eruptive Aktivität hatte bereits am Abend des 6. August mit strombolianischen Explosionen begonnen und sich rasch zu einer ausgewachsenen Ascheeruption ausgeweitet. Beobachtet wurden die Ausbrüche unter anderem am Voragine-Krater, aus dem sich eine Aschewolke in Richtung Südosten bewegte.

Flughafen reagiert mit Sperrung

Die zuständigen Behörden haben die höchste Warnstufe Rot ausgerufen. Sie signalisiert, dass eine Eruption mit erheblichem Ascheausstoß entweder unmittelbar bevorsteht oder bereits läuft. Für den Flughafen Catania, einen der wichtigsten Umschlagplätze für Sizilien-Reisende, hat das direkte Folgen: Ankünfte wurden wiederholt bis in die Mittagsstunden ausgesetzt, da feine Ascheteilchen in der Luft für Flugzeugtriebwerke ein erhebliches Risiko darstellen. Starts liefen zwar größtenteils weiter, allerdings mit teils deutlichen Verspätungen.

Reisende weichen wegen Ätna-Ausbruch auf Palermo und Zug aus

Wer dennoch nach Sizilien wollte, musste improvisieren. Mehrere Maschinen wurden nach Palermo umgeleitet, die Bahngesellschaft Trenitalia setzte zusätzliche Zugverbindungen ein, um gestrandete Passagiere aufzufangen. Für Betroffene bedeutete das oft stundenlange Wartezeiten und einen deutlich längeren Anreiseweg zum eigentlichen Urlaubsziel im Osten der Insel.

Der Flughafen Catania zählt mit rund zehn Millionen Passagieren im Jahr zu den am stärksten frequentierten Airports Süditaliens. Ein Ausfall trifft entsprechend viele Reisende, gerade jetzt in den Sommerferien.

Kein Einzelfall: Der Ätna und seine lange Ausbruchsgeschichte

Der über 3.300 Meter hohe Ätna gilt als eine der aktivsten Landvulkanausbruchsstellen weltweit und bricht seit mindestens 500.000 Jahren immer wieder aus. Störungen am Flughafen Catania durch Vulkanasche sind daher kein neues Phänomen: Bereits in den vergangenen Jahren kam es wiederholt zu tagelangen Schließungen, etwa im Sommer 2024 und im Frühjahr 2025. Die Behörden überwachen den Vulkan permanent und passen die Luftraumsperrungen kurzfristig an die jeweilige Aschekonzentration an.

Was Reisende jetzt wissen sollten

Wer in den kommenden Tagen eine Reise nach Catania plant, sollte den Flugstatus vor Abflug genau prüfen und mit kurzfristigen Änderungen rechnen. Alternativrouten über Palermo oder per Bahn haben sich in den vergangenen Tagen als gangbarer Ausweg erwiesen. Eine schnelle Entspannung der Lage ist nach aktuellem Stand nicht in Sicht. Die vulkanische Aktivität am Ätna hält weiter an, und die Alarmstufe Rot bleibt vorerst bestehen.