Flynas erweitert seine Airbus-Flotte um fünf A330-900 und 20 A321neo. Die saudische Billigfluggesellschaft plant damit ihr weiteres Wachstum bis 2034.

Die saudi-arabische Billigfluggesellschaft Flynas baut ihre Airbus-Flotte weiter aus. Wie der Konzern anlässlich der Farnborough Airshow bekanntgab, hat er fünf zusätzliche Langstreckenjets vom Typ A330-900 sowie 20 weitere Mittelstreckenflugzeuge des Typs A321neo bestellt. Damit steigt die Gesamtzahl der bei Airbus fest bestellten Flugzeuge auf 235.

Flynas setzt bei Flottenausbau weiter auf Airbus

Mit der neuen Order erhöht sich die Gesamtbestellung von Flynas für den Großraumjet A330neo auf 20 Maschinen, beim Mittelstreckentyp A321neo sind es künftig 56 Flugzeuge. Aktuell betreibt die Airline eine Flotte von 67 Airbus-Maschinen, darunter zwei A330-300, vier A320ceo sowie 61 A320neo. Von den insgesamt 280 bei Airbus bestellten Flugzeugen sind damit 235 fest kontrahiert, der Rest gilt als Absichtserklärung.

Flynas-Geschäftsführer Bander Almohanna begründete den Schritt mit dem Ziel, das Wachstum der Flotte über die kommenden Jahre planbar zu gestalten. Die zusätzlichen Maschinen sollen den Ausbau der sechs Betriebsbasen der Airline in Saudi-Arabien unterstützen und zugleich die operativen Kapazitäten für die Tochtergesellschaft Flynas Syria stärken. Almohanna verwies zudem auf die Rolle der Airline als logistischer Partner für den saudischen Tourismussektor sowie für das sogenannte Pilgrim Experience Program, das Pilgerreisenden den Zugang zu den beiden Heiligen Moscheen erleichtern soll.

A321neo und A330neo als Rückgrat der Flynas-Flotte

Mit Blick auf Großereignisse wie die Expo 2030 und die Fußball-Weltmeisterschaft 2034, die beide in Saudi-Arabien ausgetragen werden, soll die erweiterte Flotte helfen, das erwartete Passagieraufkommen zu bewältigen. Die saudische Regierung verfolgt ambitionierte Pläne zum Ausbau des Luftverkehrssektors, in die sich Flynas mit dem Flottenwachstum einordnet.

Der A321neo gilt als größtes Modell der A320neo-Familie von Airbus und punktet nach Angaben des Herstellers mit niedrigeren Betriebskosten sowie größerer Reichweite gegenüber Vorgängermodellen. Airbus zufolge verbraucht der Typ mindestens 20 Prozent weniger Treibstoff und stößt entsprechend weniger CO₂ aus als ältere Flugzeuggenerationen. Der Langstreckenjet A330neo wird von Rolls-Royce-Triebwerken des Typs Trent 7000 angetrieben und soll laut Airbus eine Reichweite von bis zu 15.000 Kilometern erreichen. Im Vergleich zu Konkurrenzmodellen der Vorgängergeneration sollen Treibstoffverbrauch, CO₂-Emissionen und Betriebskosten um jeweils 25 Prozent sinken.

Airbus wertet Order als Bestätigung der Partnerschaft

Bei Airbus wird die neue Bestellung als Ausdruck einer engen Zusammenarbeit mit einer der am schnellsten wachsenden Airlines der Region gewertet. Benoît de Saint-Exupéry, bei Airbus für den Vertrieb von Verkehrsflugzeugen verantwortlich, sprach von einer Bestätigung der Attraktivität der aktuellen Airbus-Baureihen und betonte, der Hersteller unterstütze damit auch die luftfahrtpolitischen Wachstumsziele Saudi-Arabiens.

Mit dem jüngsten Auftrag unterstreicht flynas seine Strategie, ausschließlich auf Airbus-Muster zu setzen. Die Airline zählt inzwischen zu den größten Kunden des europäischen Flugzeugbauers im Nahen Osten und positioniert sich mit dem Flottenwachstum als zentraler Akteur im saudischen Luftverkehrsmarkt, der in den kommenden Jahren durch staatlich geförderte Großprojekte und internationale Sportereignisse deutlich an Bedeutung gewinnen dürfte.