Die MFAG-Sanierung ist sechs Monate früher als geplant beendet. Die Flughafen-Holding aus Leipzig und Dresden kehrt in die Gewinnzone zurück – CRO Hengstmann übergibt.

Die Mitteldeutsche Flughafen AG (MFAG), Betreiberin der Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden, hat ihre Restrukturierung abgeschlossen – und das deutlich schneller als ursprünglich vorgesehen. Sechs Monate vor dem geplanten Zeitpunkt endet damit eine zweijährige Sanierungsphase, in der das Unternehmen von hohen Verlusten und akuten Liquiditätsproblemen in die Gewinnzone zurückgeführt wurde.

Von roten Zahlen zur MFAG-Sanierung im Turnaround

Ausgangspunkt war eine wirtschaftlich angespannte Lage: 2024 verzeichnete die MFAG ein Jahresergebnis von rund minus 53,5 Millionen Euro, dazu drohte eine Liquiditätslücke von 145 Millionen Euro. Um die Flughafen-Holding zu stabilisieren, übernahm Michael Hengstmann, Gründer der Interim-Management-Firma Executive Interim Partners, im Juli 2024 als Vorstand und Chief Restructuring Officer (CRO) das Steuer – zusätzlich zeitweise auch als interimistischer Finanzvorstand.

Innerhalb von zwei Jahren drehte sich die wirtschaftliche Entwicklung: Für 2025 weist die MFAG ein positives Jahresergebnis von 10,5 Millionen Euro aus. Zum Jahresende standen zudem rund 123 Millionen Euro an verfügbarer Liquidität zur Verfügung. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 rechnet das Unternehmen trotz eines weiterhin schwierigen Marktumfelds mit einer weiteren Ergebnisverbesserung.

Finanzierung der Flughafen-Holding bis 2038 gesichert

Neben der operativen Sanierung stand die langfristige Finanzierung im Fokus. Nach der ersten Refinanzierung im August 2024, bei der ein Bankenkonsortium 339 Millionen Euro bereitstellte, wurde nun eine zweite Änderungsvereinbarung zum bestehenden Konsortialkreditvertrag über 238 Millionen Euro unterzeichnet. Damit ist die Finanzierung der MFAG nach eigenen Angaben bis 2038 gesichert.

Politische Unterstützung kam von den Ländern Sachsen und Sachsen-Anhalt, die als Haupteigentümer der MFAG fungieren. Bereits Ende Januar 2026 hatten die Ministerpräsidenten Michael Kretschmer und Sven Schulze in einer gemeinsamen Erklärung zugesagt, hoheitliche Kosten nicht-wirtschaftlicher Art in Höhe von 98 Millionen Euro bis 2030 teilweise zu erstatten.

Formal bestätigt wurde der Sanierungserfolg durch eine vorläufige Sanierungsabschlussbescheinigung im Rahmen des sogenannten IDW-S6-Verfahrens, die der Sanierungsberater KPMG ausstellte. Dieses Gutachten belegt, dass zentrale Restrukturierungsmaßnahmen abgeschlossen sind, und bildete die Grundlage für die vorzeitige Beendigung des Sanierungsmandats.

Personalabbau und neue Betriebskonzepte als Teil der Sanierung

Zu den umgesetzten Maßnahmen zählte auch eine Personalrestrukturierung, die im Einigungsstellenverfahren über Sozialplan und Interessenausgleich verhandelt wurde. Für beide Flughafenstandorte wurden außerdem neue Betriebskonzepte erarbeitet. Ein eigens eingerichteter Lenkungsausschuss soll künftig die weitere Transformation der Unternehmensgruppe begleiten.

Mit dem Abschluss der wesentlichen Sanierungsziele legte Hengstmann sein Mandat als Vorstand und CRO am 3. Juli 2026 nieder. Aus Sicht der Anteilseigner ist damit ein kritischer Abschnitt für die beiden ostdeutschen Verkehrsflughäfen beendet. Sachsens Finanzminister Christian Piwarz, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der MFAG, sprach von einer wirtschaftlich deutlich gestärkten Gesellschaft, die mit gesicherter Bankenfinanzierung in die kommenden Jahre gehe. Ob sich der positive Trend angesichts des angespannten Marktumfelds in der Luftverkehrsbranche fortsetzt, wird sich im laufenden Geschäftsjahr zeigen.