Die Initiative Skyhub PAD beendet am 10. Juni 2026 ihren Flugbetrieb. Gestiegene Kerosinpreise, hohe Betriebskosten und zu geringe Buchungszahlen machen den Weiterbetrieb unwirtschaftlich – ein Rückschlag für die Luftanbindung Ostwestfalens.

Nach kaum neun Monaten im Linienbetrieb ist das Experiment Skyhub PAD gescheitert. Die Initiative, die dem Flughafen Paderborn/Lippstadt nach dem Rückzug der Lufthansa neues Leben einhauchen sollte, stellt ihren Betrieb zum 10. Juni 2026 ein. Als Hauptgründe nennt das Unternehmen die hohen Betriebskosten am Standort Deutschland, stark gestiegene Kerosinpreise infolge des Iran-Kriegs sowie eine hinter den Erwartungen zurückgebliebene Buchungsnachfrage.

Kerosinpreise und Kostenstruktur machen Skyhub PAD-Betrieb unwirtschaftlich

Die Rahmenbedingungen für kleine Regionalfluggesellschaften in Deutschland galten schon vor dem Konflikt im Nahen Osten als schwierig. Skyhub PAD hatte dennoch versucht, eine tragfähige Nische zu besetzen – als virtuelle Fluggesellschaft, die Tickets vertreibt und den operativen Flugbetrieb an einen Vertragspartner auslagert. Die dänische Regionalairline DAT übernahm diese Rolle und erzielte zuletzt sogar einen Codeshare-Status mit der Lufthansa. Dass die Initiative trotzdem nicht überlebensfähig war, zeigt, wie eng die wirtschaftlichen Spielräume im deutschen Regionalluftverkehr geworden sind.

Christoph Plass, Beiratsvorsitzender von Skyhub PAD und Vizepräsident der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, bezeichnete die Entscheidung als „unausweichlichen Schritt“ – und als „sehr bitteren“ für die Region und darüber hinaus.

Von 36 Gründern auf 103 Gesellschafter – doch die Buchungszahlen blieben aus

Das Konzept von Skyhub PAD war von Anfang an ungewöhnlich: Im März 2025 schlossen sich 36 Unternehmen und Privatpersonen zusammen, um eine eigene Fluganbindung für die Wirtschaftsregion Paderborn/Lippstadt zu organisieren – ein direktes Reaktion auf das Ende der Lufthansa-Verbindungen dorthin. Am 1. September 2025 nahm die Initiative auf der Strecke Paderborn/Lippstadt–München den Betrieb auf.

In der Folge wuchs die Gesellschafterbasis durch mehrere Kapitalerhöhungen auf 103 Mitglieder. Das Streckennetz wurde ausgebaut: DAT flog zuletzt auch zwischen München und Lübeck sowie nach Pécs in Ungarn. Doch ein erheblicher Teil der verkauften Tickets wurde offenbar von den Gesellschaftern selbst genutzt – eine Basis, die für wirtschaftlichen Betrieb auf Dauer nicht ausreicht.

Lufthansa fordert politische Konsequenzen nach Skyhub PAD-Einstellung

Auch die Lufthansa, die Skyhub PAD bis zuletzt durch die Codeshare-Vereinbarung mit DAT unterstützt hatte, äußerte Bedauern über das Ende der Initiative. Der Konzern nutzte die Gelegenheit, um politischen Druck aufzubauen: Die Entscheidung solle ein „Weckruf für die Politik sein“, weitere Entlastungsmaßnahmen für den Luftverkehr in und ab Deutschland auf den Weg zu bringen.

Damit steht Paderborn/Lippstadt erneut ohne reguläre Lufthansa-Anbindung da. Für eine Region, deren Wirtschaft auf schnelle Erreichbarkeit angewiesen ist, ist das Scheitern von Skyhub PAD mehr als eine Randnotiz – es ist ein strukturelles Signal für die Schwäche des deutschen Regionalflugmarkts.