Ein Passagier bucht für sich und seinen humanoiden Roboter zwei Plätze auf einem Southwest-Airlines-Flug. Daraufhin verschärft die Fluggesellschaft die Richtlinie für den Transport menschenähnlicher Geräte. Eine Geschichte ohne Happy End.

Ein ganz besonderes Paar macht derzeit in den USA von sich reden: Aaron Mehdizadeh, Inhaber von „The Robot Studio“ in Dallas, und Stewie, ein etwas mehr als ein Meter großer humanoider Roboter, flogen Mitte Mai mit Southwest Airlines von Las Vegas zurück nach Texas.

Doch anstatt den kleinen Racker als Frachtgut aufzugeben, buchte Mehdizadeh seinem Roboter einen eigenen Sitzplatz in der Kabine. Möglich ist dies dank eines speziellen Tickettarifs, der für den Transport von besonderen Gegenständen wie Brautkleider oder zerbrechlicher Ausrüstung angeboten wird.

Warum sind Roboter in Flugzeugkabinen ein Problem?

Um die Anforderungen der Fluggesellschaft und der US-amerikanischen Behörden zu erfüllen, hatte Mehdizadeh seinem Stewie sogar eine kleinere Batterie eingesetzt. Die Sicherheitsrichtlinien für Lithium-Ionen-Batterien in Flugzeugkabinen nimmt er ernst, und seinem kleinen Freund sollte schließlich nicht der Saft ausgehen.

Screenshot der Homepage von CBS News Texas.
Der humanoide Roboter Stewie war im Mai die Attraktion auf einem Flug von Las Vegas nach Dallas. Bild: CBS News Texas / The Robot Studio

Der Roboter durfte die Sicherheitskontrolle passieren Anschließend bewegte sich Stewie „zu Fuß“ durch den Harry Reid International Airport, was an Flughäfen dieser Größenordnung keinesfalls ungewöhnlich ist, werden doch inzwischen recht häufig humanoide Roboter in den Abfertigungsgebäuden im Servicebereich eingesetzt. Doch als Stewie die Boeing 737 für den Flug nach Dallas-Love Field bestieg, staunten die anderen Passagiere sowie die Southwest-Crew nicht schlecht.

Dürfen Roboter künftig mit Southwest fliegen?

„Ich hatte den perfekten Fensterplatz, Wolken wie Zuckerwatte – und alle machen Selfies mit mir“, erinnerte sich Stewie, der mithilfe einer programmierten Stimme sprechen kann, laut CBS News an seine luftige Reise. Doch der Roboterflug hatte prompt ein Nachspiel, Southwest Airlines sah sich zum Handeln gezwungen.

Die Fluggesellschaft wird ab sofort keine menschen- oder tierähnlichen Roboter mehr in der Kabine oder als aufgegebenes Gepäck zulassen – unabhängig von deren Größe oder Verwendungszweck. Southwest Airlines teilte dem Sender CBS News Texas auf Nachfrage zudem mit, dass sie dabei ausschließlich die Einhaltung der Sicherheitsrichtlinien für Lithium-Ionen-Batterien im Auge habe.

Mehdizadeh wunderte sich öffentlich ob dieser Darstellung, zumal die verwendete Batterie vergleichbar mit der eines Laptops sei. Stewie ging in dem Filmbeitrag sogar noch weiter und vermutete „eine Verschwörung!“. Southwest wolle nicht, „dass wir Roboter in die Wolken linsen und sehen, was dort oben wirklich vor sich geht – meine Träume wurden schneller gestutzt als eine missratene Frisur“.

Mehdizadeh hofft, dass Southwest die Beschränkung noch einmal überdenkt. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Roboter die geltenden Sicherheitsanforderungen erfüllen, das ist auch ihm klar.