FedEx möchte offenbar erneut MD-11-Frachter in Dienst stellen – einen Flugzeugtyp, für den die US-amerikanische Aufsichtsbehörde nach dem Absturz einer UPS-Maschine im November ein Flugverbot verhängt hatte. Doch ist das so einfach?

FedEx möchte US-amerikanischen Medienberichten zufolge, darunter das Wall Street Journal, offenbar mehrere MD-11F in den Dienst zurückholen. Allerdings: Noch hat die US-Aufsichtsbehörde FAA das seit dem Absturz einer UPS-Frachtmaschine Anfang November verhängte Flugverbot für diesen Flugzeugtyp nicht aufgehoben.

Der Logistiker habe aber bereits eine Idee zur Lösung des Dilemmas, heißt es: Mit Hilfe von Boeing plane FedEx, das strukturelle Problem am Triebwerksaufhängungspunkt zu beheben, das als unfallursächlich identifiziert worden war. Das ginge aus einem internen Rundschreiben an die Mitarbeiter hervor.

Dieses soll nun ebenso in die Öffentlichkeit gelangt sein wie ein separates Schreiben an die Piloten. Darin heißt es laut der Medienberichte, dass geplant sei, ab Mai zwei MD-11F einzusetzen. Deshalb sollen Piloten einen dreitägigen Auffrischungskurs absolvieren, um sicherzustellen, dass genügend qualifiziertes Cockpitpersonal für den Betrieb der Maschinen zur Verfügung steht.

Was hat zum Grounding der MD-11 geführt?

Nach dem verheerenden Absturz von UPS-Flug 2976 mit insgesamt 14 Toten in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky, bei dem sich das linke Triebwerk während des Starts vom Flügel gelöst hatte, ordnete die US-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA das Grounding der MD-11 an. Das National Transportation Safety Board (NTSB) stellte im Zuge der Untersuchungen Ermüdungsrisse an einem Strukturbauteil fest. Demnach brach der hintere Aufhängungspunkt des linken Triebwerkspylons. Zudem erklärte das NTSB, dass dieses Problem bereits bei anderen Flugzeugen dieses Typs aufgetreten sei.

Boeing soll inzwischen die technischen Analysen abgeschlossen und die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Wiederinbetriebnahme der MD-11 entwickelt haben. „Diese umfassten die Konstruktion, die Qualifizierungstests und die Produktion eines neuen Lagers für das hintere Pylonenschott“, heißt es in der FedEx-Mitteilung an die Beschäftigten.

Wie wahrscheinlich ist die Rückkehr der MD-11F?

Während sich Boeing bedeckt hält, beweist FedEx, das noch im März 2025 die Ausmusterung der gesamten MD-11-Flotte von 2028 auf 2032 verschoben hatte, immer wieder Optimismus. Der Konzern gab beispielsweise in seiner Präsentation der Quartalsergebnisse im Dezember an, dass er mit einer Wiederaufnahme des MD-11-Flugbetriebs bis Ende Mai rechne. Und während des Investorentags am 12. Februar erklärte Richard Smith, CEO der FedEx Airline, das Unternehmen sei „sehr zuversichtlich“, was die sichere Rückkehr der MD-11-Frachter angehe.