Airbus startet verhalten ins Jahr 2026. Lieferprobleme bremsen die Produktion, doch der Konzern hält an ehrgeizigen Zielen fest.

Der europäische Flugzeugbauer Airbus steht zum Jahresbeginn 2026 unter Druck. Nach einem schwierigen Abschluss des Vorjahres bleibt auch das erste Quartal hinter den Erwartungen zurück. Besonders die Zahl der ausgelieferten Verkehrsflugzeuge zeigt, dass die Industrie weiterhin mit strukturellen Problemen zu kämpfen hat.

Mit lediglich 114 ausgelieferten Jets verfehlte Airbus das Vorjahresniveau deutlich. Gleichzeitig konnte der US-Konkurrent Boeing im gleichen Zeitraum mehr Maschinen ausliefern und damit zumindest kurzfristig Boden gutmachen. Für Airbus ist das ein ungewöhnliches Bild, nachdem der Konzern in den vergangenen Jahren häufig die Nase vorn hatte.

Airbus: Lieferketten als Bremsfaktor

Ein zentrales Problem bleibt die angespannte Lage in den Lieferketten. Vor allem Triebwerksengpässe behindern den Produktionshochlauf. Airbus-Chef Guillaume Faury hatte zuletzt deutliche Kritik an Zulieferern geäußert, insbesondere an Pratt & Whitney.

Die Triebwerke dieses Herstellers kommen in einem großen Teil der A320neo-Familie zum Einsatz, dem wichtigsten Umsatzträger von Airbus. Alternativ werden LEAP-Triebwerke von GE Aerospace und Safran verbaut. Doch auch hier bleibt die Situation angespannt, sodass Airbus seine Produktionspläne bislang nicht wie gewünscht beschleunigen kann.

Airbus: Finanzkennzahlen unter Druck

Die schwächeren Auslieferungen schlagen sich unmittelbar in den Finanzzahlen nieder. Analysten rechnen für das erste Quartal mit einem Umsatzrückgang von rund 8,5 Prozent auf etwa 12,4 Milliarden Euro. Noch deutlicher fällt der erwartete Einbruch beim operativen Ergebnis aus: Das bereinigte EBIT dürfte um mehr als 40 Prozent gesunken sein.

Auch unter dem Strich zeigt sich die Belastung. Der Nettogewinn könnte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu gedrittelt haben. Besonders auffällig ist der freie Barmittelfluss, der voraussichtlich deutlich ins Minus gerutscht ist.

Ambitionierte Jahresziele bleiben bestehen

Trotz des schwachen Starts hält Airbus an seinen ambitionierten Jahreszielen fest. Für 2026 plant der Konzern weiterhin die Auslieferung von rund 870 Verkehrsflugzeugen. Damit würde ein neuer Rekord erreicht werden, der sogar das bisherige Bestjahr 2019 übertreffen würde.

Auch bei der Profitabilität zeigt sich das Management optimistisch. Das bereinigte operative Ergebnis soll auf etwa 7,5 Milliarden Euro steigen. Analysten gehen sogar leicht darüber hinaus und erwarten im Schnitt noch bessere Werte.