Kerosinpreise: Lufthansa reagiert mit Flottenanpassung und Sparmaßnahmen
Steigende Kerosinpreise setzen Lufthansa unter Druck. Der Konzern reagiert mit Flottenstilllegungen, Kapazitätskürzungen und neuen Preisstrategien bis 2027.
Die stark gestiegenen Kerosinpreise zwingen Lufthansa zu weitreichenden Anpassungen in ihrer Flotten- und Finanzplanung. Während kurzfristig keine akute Versorgungsengpässe drohen, steht der Konzern vor einer strukturellen Herausforderung: dauerhaft hohe Treibstoffkosten.
Zwar hat Lufthansa einen Großteil ihres Kerosinbedarfs für 2026 frühzeitig abgesichert. Rund 80 Prozent wurden zu einem Preis von gut 83 US-Dollar pro Barrel Rohöl gehedgt. Doch die verbleibenden 20 Prozent müssen zu deutlich höheren aktuellen Marktpreisen beschafft werden. Hinzu kommt, dass sich die Preise für Flugtreibstoff zuletzt stärker entwickelt haben als die für Rohöl selbst. Ein zusätzlicher Kostentreiber.
Lufthansa: Versorgung gesichert, Preise kritisch
Trotz der angespannten Lage auf den Energiemärkten ist die Versorgungslage an wichtigen Drehkreuzen stabil. Am Standort Frankfurt stehen umfangreiche Reserven zur Verfügung, die den Betrieb über mehrere Tage absichern können. Auch politische Stellen sehen aktuell keinen Mangel an Kerosin in Deutschland.
Die Unsicherheit liegt vielmehr in der Preisentwicklung. Geopolitische Spannungen, etwa rund um die Straße von Hormus, sorgen weiterhin für starke Schwankungen. Für Lufthansa bedeutet das: Planungssicherheit bleibt begrenzt, selbst mittelfristige Prognosen sind mit Risiken behaftet.
Lufthansa: Blick auf 2027 und Ticketpreise
Die strategische Planung reicht inzwischen bis ins Jahr 2027. Zwar wurden auch hier bereits Teile des Bedarfs abgesichert, allerdings in deutlich geringerem Umfang. Nur etwa 40 Prozent des erwarteten Verbrauchs sind derzeit hedged, ein ungewöhnlich niedriger Wert für die Branche.
Diese Unsicherheit wirkt sich direkt auf die Preisgestaltung aus. Flugtickets für kommende Winterflugpläne lassen sich schwerer kalkulieren als in den Jahren zuvor. Airlines müssen dabei nicht nur steigende Kosten berücksichtigen, sondern auch die Frage, wie stark die Nachfrage auf höhere Preise reagieren wird.
Flottenumbau als Antwort
Um die Kosten zu begrenzen, setzt Lufthansa verstärkt auf operative Maßnahmen. Besonders ineffiziente Flugzeuge werden gezielt aus dem Betrieb genommen. So hat die Airline bereits die Regionaljets der CRJ-Familie stillgelegt. Auch Langstreckenjets mit hohem Verbrauch, darunter der Airbus A340-600, werden nicht mehr langfristig eingeplant.
Ein weiterer Schritt betrifft die Boeing 747-400, deren Ausflottung bis 2027 vorgesehen ist. Parallel dazu plant Lufthansa Kürzungen im Kurz- und Mittelstreckennetz während der Wintermonate. Ziel ist es, die Gesamtkapazität besser an die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anzupassen.
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