Wie uns die Luftfahrtbranche heute in den April schickt
Es soll Glück bringen und für gute Laune sorgen: Am 1. April werden wir von unseren Mitmenschen mit erfundenen, teils fantastischen Geschichten zum Narren gehalten. Was haben sich die Airlines und Airports in diesem Jahr einfallen lassen?
In den April geschickt zu werden, ist insbesondere in Europa und Nordamerika gute Tradition. Und die ansonsten eher humorlose Luftfahrtbranche hat sich in diesem Jahr zum 1. April eine Menge einfallen lassen, um uns auf die Schippe zu nehmen.
Eurowings meldete beispielsweise, dass sie dem deutschen Tiefstand bei Eheschließungen entgegentreten und Eheschließungen an Bord von Linienflügen ab einer Mindestdauer von 120 Minuten erlauben will. Noch nie seit 1950 hätten sich jährlich so wenige Menschen das Ja-Wort gegeben – da wolle die Fluggesellschaft ein Zeichen setzen und zur Belebung von Hochzeiten beitragen, hieß es in der Pressemitteilung.
Heiratswillige sollten den besonderen Service lediglich im Voraus anmelden. Der Antrag auf Eheschließung müsse rund acht Wochen vor dem gewünschten Flugtermin bei Eurowings zur Prüfung eingereicht werden, damit die Zeremonie in der Dienstplanung der Crews berücksichtigt werden könne. Für die ordnungsgemäße Durchführung der Eheschließung seien ausgewählte Kapitäninnen und Kapitäne speziell geschult worden. Ja-Sagen ist schließlich Vertrauenssache.
Und: Nach Freigabe durch den Flugbetrieb könne zusätzlich das „Marriage Package“ für 199,99 Euro hinzugebucht werden. Dieses beinhalte einen Champagner-Piccolo zum Anstoßen sowie eine süße Überraschung für das frisch vermählte Paar.
Swiss schreibt Fitness über den Wolken groß
Swiss hat sich dagegen offenbar um die Fitness ihrer Mitmenschen gesorgt und mit „Fit all the way“ am 1. April ein neues Zusatzangebot für die Langstrecke angekündigt. Ausgewählte Sitze seien mit integrierten Tretpedalen ausgestattet worden, damit Passagiere sich während des Fluges aktiv bewegen könnten. Damit reagiere die Airline eigenen Aussagen zufolge auf das wachsende Bedürfnis nach mehr Bewegung und Wohlbefinden auf Reisen.
Zum neuen Angebot gehöre zudem ein abgestimmtes Fitness-Set, das den Passagieren an Bord zur Verfügung gestellt wird. Dieses umfasse zeitgemäße Sportbekleidung, Trinkflasche sowie ein Handtuch, das nach dem Swiss-Alpine-Valley-Duft rieche. Der Carrier meint, so werde „Bewegung über den Wolken unkompliziert und alltagstauglich“.
Und noch etwas war Swiss wichtig zu betonen: Das Tretpedal füge sich harmonisch in das bestehende Senses-Kabinendesign ein. Die verwendeten Materialien entsprächen den hohen Qualitätsstandards und dem „Anspruch an ein modernes und dem Zeitgeist entsprechenden Reiseerlebnis“.
Hamburger Airport setzt auf Hobby Flying
Der Hamburger Airport hat am 1. April sein Angebot in der Flughafen-Modellschau um „Hobby Flying“ erweitert. Inspiriert vom Trend „Hobby Horsing“ werde das Konzept auf die Welt der Luftfahrt übertragen, heißt es in der Pressemitteilung. Denn das sei bisher einmalig in Deutschland: Besucherinnen und Besucher sollen speziell gestaltete Pappflugzeuge erhalten und sich in einem extra für sie abgesperrten Bereich der Modellschau – indoor wie outdoor – bewegen können, um in spielerischer Weise das Gefühl des Fliegens nachzuempfinden.
Fragt man den Hamburger Flughafen, dann sei dieses Angebot ideal als Familienabenteuer, Teambuilding-Event oder für einen Junggesellenabschied. Vor Übernahme des Flugzeugs würden die Teilnehmenden eine kurze Sicherheitseinweisung durch einen Mitarbeitenden der Modellschau bekommen, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Für Gäste mit Flugangst stehe ein Follow-me-Fahrzeug bereit, das sie sicher durch das Erlebnis begleitet.
Gunnar Sadewater, Leiter Veranstaltungen, Besucher, Nachbarschaft am Hamburger Flughafen, wird folgendermaßen zitiert: „Von Kunstfliegern bis zu Metal-Air-Modellen können verschiedene Designs ausprobiert werden. Profi-Hobby-Flyer sind eingeladen, eigene Flugzeuge mitzubringen – vorausgesetzt, sie entsprechen den Sicherheitsstandards des Airports.“



