Explodierende Kerosinpreise setzen Airlines unter Druck. SAS reagiert mit Flugstreichungen, während andere wie Lufthansa besser abgesichert sind.

Die jüngste Eskalation im Nahen Osten zeigt unmittelbare Auswirkungen auf die globale Luftfahrtindustrie. Innerhalb weniger Tage haben sich die Kerosinpreise drastisch erhöht – mit spürbaren Folgen für Fluggesellschaften weltweit. Besonders hart trifft es aktuell die skandinavische Airline Scandinavian Airlines, die kurzfristig ihr Flugangebot deutlich reduziert.

Wie aus Branchenkreisen hervorgeht, plant SAS im April rund 1.000 Flüge aus dem Programm zu nehmen. Angesichts von etwa 800 täglichen Verbindungen entspricht dies einem spürbaren Einschnitt in das Streckennetz. Die Maßnahme ist eine direkte Reaktion auf die sprunghaft gestiegenen Treibstoffkosten, die innerhalb kürzester Zeit zu einer erheblichen finanziellen Belastung geworden sind.

Kerosinpreise: Fehlendes Hedging wird zum Risiko

Ein entscheidender Faktor für die aktuelle Situation liegt in der Einkaufsstrategie der Airline. Anders als viele Wettbewerber hatte SAS in den vergangenen Jahren auf sogenanntes Fuel Hedging verzichtet. Dabei sichern sich Airlines über Finanzinstrumente langfristig gegen steigende Treibstoffpreise ab.

Diese Entscheidung wirkt sich nun negativ aus: Die gestiegenen Kerosinpreise schlagen ungebremst auf die Kostenstruktur durch. Während sich Airlines mit abgesicherten Preisen zumindest teilweise gegen Marktverwerfungen schützen können, ist SAS den aktuellen Preisschwankungen voll ausgesetzt.

Kerosinpreise: Wettbewerber besser vorbereitet

Im Vergleich dazu zeigt sich die Lufthansa deutlich robuster. Der Konzern hatte frühzeitig einen Großteil seines Treibstoffbedarfs für das laufende Jahr abgesichert. Nach Unternehmensangaben sind bereits über 80 Prozent des Bedarfs zu stabilen Konditionen eingekauft worden.

Diese Strategie verschafft dem Unternehmen derzeit einen klaren Wettbewerbsvorteil. Während SAS kurzfristig reagieren und Kapazitäten reduzieren muss, kann Lufthansa die Auswirkungen steigender Preise zumindest teilweise abfedern. Allerdings beobachten auch abgesicherte Airlines die Marktentwicklung genau und passen ihre Strategien entsprechend an.

Folgen für Passagiere und Markt

Für Passagiere bleiben die Entwicklungen nicht ohne Konsequenzen. Bereits in den vergangenen Wochen hatte SAS die Ticketpreise erhöht, um die steigenden Kosten zumindest teilweise weiterzugeben. Die nun angekündigten Flugstreichungen dürften zusätzlich zu einer Verknappung des Angebots führen, was wiederum preistreibend wirken kann.