Die Ticketsteuer für Flüge wird ab Juli 2026 gesenkt. Was bedeutet das für Flugpreise, Airlines und Passagiere? Ein Überblick über die wichtigsten Änderungen.

Die Bundesregierung hat eine zentrale Maßnahme aus dem Koalitionsvertrag konkretisiert: Die Ticketsteuer für Flüge soll zur Jahresmitte 2026 gesenkt werden. Ziel ist es, die Abgaben auf das Niveau von 2024 zurückzuführen und damit die Luftfahrtbranche zu entlasten. Doch ob Passagiere tatsächlich von günstigeren Flugpreisen profitieren, bleibt ungewiss.

Nach aktuellen Plänen soll die Anpassung zum 1. Juli 2026 in Kraft treten. Der entsprechende Gesetzentwurf aus dem Bundesfinanzministerium sieht eine gestaffelte Reduzierung der Steuer je nach Flugdistanz vor. Damit reagiert die Politik auf die wirtschaftliche Lage der Airlines und den anhaltenden Kostendruck in der Branche.

Ticketsteuer: Konkrete Entlastung je nach Strecke

Die geplante Senkung der Ticketsteuer fällt je nach Reisedistanz unterschiedlich aus. Für Kurzstreckenflüge – etwa innerhalb Deutschlands oder Europas – soll die Abgabe von derzeit 15,53 Euro auf 13,03 Euro sinken.

Bei Mittelstrecken ist eine Reduzierung von 39,34 Euro auf 33,01 Euro vorgesehen. Besonders deutlich fällt die Anpassung auf Langstrecken aus: Hier soll die Steuer von 70,83 Euro auf 59,43 Euro reduziert werden.

Mit dieser Staffelung orientiert sich die Regierung an der bisherigen Systematik der Luftverkehrsteuer, setzt jedoch auf eine spürbare Entlastung für Airlines auf allen Streckenprofilen.

Ticketsteuer: Werden Flüge wirklich günstiger?

Ob Reisende tatsächlich weniger zahlen, ist offen. Airlines haben grundsätzlich die Möglichkeit, die Ticketsteuer vollständig auf den Ticketpreis aufzuschlagen – oder Preissenkungen eben nicht weiterzugeben.

In der Praxis hängt die Preisentwicklung von mehreren Faktoren ab. Neben Wettbewerb und Nachfrage spielt aktuell vor allem der steigende Kerosinpreis eine entscheidende Rolle. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben die Ölpreise zuletzt deutlich erhöht und damit die Betriebskosten der Fluggesellschaften spürbar steigen lassen.

Branchenexperten gehen daher davon aus, dass die Steuerentlastung zumindest teilweise von anderen Kostensteigerungen aufgezehrt werden könnte. Für Passagiere bedeutet das: Günstigere Tickets sind möglich, aber keineswegs garantiert.

Auswirkungen auf den Bundeshaushalt

Die Senkung der Ticketsteuer hat auch finanzielle Konsequenzen für den Staat. Für das Jahr 2026 rechnet die Bundesregierung mit Mindereinnahmen von rund 185 Millionen Euro.

Langfristig dürfte sich dieser Betrag weiter erhöhen: Bis zum Jahr 2030 könnten die jährlichen Einnahmeverluste auf bis zu 355 Millionen Euro anwachsen.

Um diese Lücke zu schließen, plant die Regierung Einsparungen an anderer Stelle. Konkret soll ab 2027 im Haushalt des Verkehrsministeriums umgeschichtet werden. Details dazu sind bislang jedoch nicht abschließend geklärt.

Signal an die Luftfahrtbranche

Mit der Entscheidung sendet die Bundesregierung ein klares Signal an die Luftfahrtindustrie. Nach Jahren steigender Abgaben und wachsender regulatorischer Anforderungen setzt die Politik nun auf Entlastung.

Gleichzeitig bleibt die Maßnahme ein Balanceakt: Einerseits soll die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Flughäfen und Airlines gestärkt werden, andererseits stehen klimapolitische Ziele weiterhin im Raum.