Vietnams neue Langstreckenoffensive: Sun Phu Quoc Airways bestellt 40 Boeing 787
Sun Phu Quoc Airways will mit 40 Boeing 787 und einer 100-Flugzeuge-Flotte bis 2030 zur internationalen Netzwerk-Airline wachsen.
Die junge vietnamesische Fluggesellschaft Sun Phu Quoc Airways startet mit ehrgeizigen Wachstumsplänen durch. Kaum ein Jahr nach ihrer Gründung sichert sich die Airline bis zu 40 Boeing 787-9 und kündigt an, ihre Flotte bis 2030 auf 100 Flugzeuge auszubauen.
Mit der Bestellung von bis zu 40 Exemplaren der Boeing 787-9 Dreamliner investiert Sun Phu Quoc Airways massiv in den Aufbau einer Großraumflotte. Die modernen Langstreckenjets sollen künftig das Rückgrat des internationalen Streckennetzes bilden.
Die Entscheidung für die 787 gilt als logischer Schritt: Das zweistrahlige Großraumflugzeug überzeugt durch hohe Reichweite, Treibstoffeffizienz und flexible Einsatzmöglichkeiten. Damit kann die Airline nicht nur asiatische Metropolen bedienen, sondern perspektivisch auch Nonstop-Verbindungen nach Europa oder Nordamerika aufnehmen.
Wachstumskurs: 100 Flugzeuge bis 2030
Ursprünglich war von einem moderaten Flottenausbau die Rede. Doch die Ziele wurden deutlich nach oben korrigiert: Bis 2030 will Sun Phu Quoc Airways rund 100 Flugzeuge betreiben.
Aktuell fliegt die Airline mit Airbus-Schmalrumpfjets zu regionalen Zielen. Diese bilden die Basis für den weiteren Netzaufbau. Mit der Einführung der Boeing 787 soll die Gesellschaft jedoch in eine neue Liga aufsteigen und ein klassisches Netzwerkmodell etablieren.
Im Zentrum steht dabei der internationale Flughafen von Phu Quoc, den die Muttergesellschaft Sun Group übernommen hat. Geplant ist ein umfassender Ausbau, um den Airport als leistungsfähiges Drehkreuz für internationale Verbindungen zu etablieren.
Phu Quoc als internationales Drehkreuz
Die Insel Phu Quoc im Golf von Thailand hat sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt. Einst von Fischerei und Landwirtschaft geprägt, zählt heute vor allem der Tourismus zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren. Millionen Besucher reisen jährlich auf das 575 Quadratkilometer große Eiland mit seinen Stränden, Resorts und Freizeitparks.
Sun Phu Quoc Airways verfolgt das Ziel, diesen Tourismusstrom weiter auszubauen. Neben inner-vietnamesischen Verbindungen stehen zunächst wichtige Märkte in Nordostasien im Fokus, darunter Japan, Südkorea und China. Mit der Boeing 787 werden jedoch deutlich größere Distanzen möglich – ein strategischer Vorteil im Wettbewerb um internationale Gäste.
Wettbewerb in Vietnam zieht an
Auch die etablierte Vietnam Airlines treibt ihre Modernisierung voran. Die staatliche Fluggesellschaft betreibt bereits 17 Dreamliner und prüft weitere Langstreckenbestellungen. Zudem hat sie sich 50 Boeing 737 Max für die Auslieferung ab 2030 gesichert.
Der Wettbewerb im vietnamesischen Markt verschärft sich damit spürbar. Während Vietnam Airlines ihre Position als nationale Netzwerk-Airline verteidigen will, setzt Sun Phu Quoc Airways auf den strategischen Vorteil eines touristisch starken Heimatmarktes und eines klar fokussierten Hubs.
Sun Phu Quoc Airways als neuer Global Player?
Ob die ambitionierten Ziele eingehalten werden können, hängt von mehreren Faktoren ab: Infrastruktur, Nachfrageentwicklung und Auslieferungspläne der bestellten Flugzeuge spielen eine entscheidende Rolle.
Fest steht jedoch: Mit der Großbestellung der Boeing 787 und dem Ziel einer 100-Flugzeuge-Flotte signalisiert Sun Phu Quoc Airways klar ihren Anspruch, nicht nur eine regionale Ferienfluggesellschaft zu bleiben, sondern sich als internationaler Netzwerk-Carrier aus Vietnam zu etablieren.
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