Lufthansa Aviation Training erhält den ersten Boeing 777-9 Full-Flight-Simulator. In Frankfurt beginnt der Aufbau – Pilotentraining startet lange vor der Auslieferung des neuen Langstreckenjets.

Die nächste Generation der Langstreckenflotte wirft ihre Schatten voraus: Am frühen Donnerstagmorgen ist der erste an eine Airline-Gruppe ausgelieferte Boeing 777-9 Simulator im Trainingszentrum von Lufthansa Aviation Training (LAT) in Frankfurt eingetroffen. Noch ruht die Hightech-Anlage gut verpackt in einer massiven Holzkiste – doch in wenigen Monaten sollen hier bereits die ersten Crews für das modernste Flugzeug der Lufthansa-Flotte geschult werden.

Der Simulator wurde im Werk von CAE in Montréal gefertigt und trat anschließend eine mehrwöchige Reise über den Atlantik an. Nach der Ankunft im Hafen von Antwerpen erfolgte der Weitertransport per Schwerlast-Lkw nach Frankfurt. Mit der nächtlichen Anlieferung am 19. Februar 2026 erreichte das Trainingssystem schließlich seinen Bestimmungsort am größten Hub der Lufthansa Group.

Hightech-Start: Boeing 777-9 Simulator setzt neue Maßstäbe

Der neue Boeing 777-9 Simulator entspricht bereits in seiner Konfiguration dem ersten für Lufthansa vorgesehenen Flugzeug. Damit wird das Training frühzeitig an die tatsächlichen Einsatzbedingungen angepasst. Herzstück der Anlage ist das Rockwell Collins EP-8100-Visualsystem in Kombination mit Eyevis ESP-LWQX-2000-Projektoren. Sie ermöglichen eine besonders realitätsnahe Darstellung von Flughafenumgebungen, Wetterphänomenen und komplexen Flugsituationen.

Ein weiteres Detail ist die integrierte Smoke-Simulation, mit der auch seltene Notfallszenarien unter realitätsnahen Bedingungen trainiert werden können. Ergänzt wird das System durch moderne Briefing- und Debriefing-Stationen, die eine strukturierte Vor- und Nachbereitung der Trainingseinheiten erlauben.

Boeing 777-9 Simulator als großer Schritt für die Flottenmodernisierung

Obwohl die erste Boeing 777-9 erst Mitte 2027 an Lufthansa ausgeliefert werden soll, schafft das Unternehmen bereits jetzt die infrastrukturellen Voraussetzungen. Der Simulator soll planmäßig Ende Mai 2026 „Ready for Training“ sein. Damit können Pilotinnen und Piloten mehr als ein Jahr vor der Indienststellung des realen Flugzeugs auf das neue Muster vorbereitet werden.

Für Lufthansa Aviation Training ist dieser Schritt Teil einer strategischen Vorausplanung. Flottenmodernisierungen innerhalb der Lufthansa Group werden konsequent von passenden Trainingskapazitäten begleitet.

LAT-CEO Matthias Spohr betont, dass die neue Flugzeuggeneration nun zumindest symbolisch in Frankfurt angekommen sei – wenn auch deutlich vor dem ersten kommerziellen Einsatz. Die enge Zusammenarbeit mit CAE habe erneut gezeigt, wie wichtig Partnerschaften bei der Implementierung neuer Trainingssysteme seien.