Im Jahr 1991 feierte EVA Air aus Taiwan ihren Erstflug von Taipeh über Bangkok zum Flughafen Wien. Fast 35 später ist der Carrier bestrebt, weiterhin innovativ und kreativ zu bleiben.

Am 12. November dieses Jahres wird es 35 Jahre her sein, dass die private taiwanesische Fluglinie EVA Air Wien als erste interkontinentale Destination in ihrer damals noch jungen Geschichte in ihr Flugnetz aufgenommen hat. Heute verbindet das Star Alliance Mitglied Österreichs Hauptstadtairport täglich mit Taipeh.

Dreimal die Woche wird die Strecke nonstop mit Boeing 787-9 bedient. Der Dreamliner verfügt neben der Business und Economy Class seit November vergangenen Jahres zudem über die bereits vierte Generation einer Premium Economy Class. Viermal wöchentlich führt der Flug über Bangkok nach Taipeh. Dafür setzt die Airline die größere Boeing 787-10 in einer Zwei-Klassen-Konfiguration ein.

Stabile Nachfrage auf der Wien Route

Ab Wien fliegen jährlich mit EVA Air rund 40 000 Passagiere nach Bangkok und Taipeh. Ebenso viele sind es von Taiwan nach Österreich, also insgesamt 80 000 Passagiere.

„Rund 30 000 unserer Passagiere ab Wien fliegen nach Bangkok. Der Rest nach Taipeh, wovon zirka 80 Prozent umsteigen“, erläutert Ho. Die Auslastung liege auf diesen Flügen im Schnitt zwischen 85 und 87 Prozent. Und fragt man Ho nach seinen Wünschen, dann gibt er unumwunden zu: „Täglich nonstop nach Taipeh zu fliegen und fünfmal die Woche über Bangkok nach Taiwan.“

EVA Air stärkt Wien im Europanetz

In Europa bedient EVA Air derzeit sechs Ziele mit insgesamt 35 wöchentlichen Frequenzen: Vom Taipei Taoyuan International Airport als Drehkreuz aus sind dies neben Wien, Amsterdam und London-Heathrow (beide via Bangkok), Mailand-Malpensa, München und Paris-Charles de Gaulle. „London ist das profitabelste Ziel in Europa, Wien aber aufgrund seiner Lage in Zentral- und Osteuropa der beste Hub in Europa“, so Ho.

Im Hinblick auf mögliche neue europäische Destinationen erklärt er, dass es für taiwanische Fluggesellschaften weiterhin schwierig sei, Verkehrsrechte zu erhalten. Denkbare neue Ziele könnten in Nordeuropa oder in Spanien liegen, derzeit konzentriere sich EVA Air jedoch stärker auf Partnerschaften innerhalb der Star Alliance.

Edward Ho, General Manager Österreich/Europa bei EVA Air.
Edward Ho, General Manager Österreich/Europa bei EVA Air. Bild: Kurt Hofmann

Europas Rolle wird größer

„Unsere Allianzpartner verfügen in Europa über ein starkes Streckennetz. Daher müssen wir nicht jedes Ziel selbst anfliegen. Ich denke, die Star Alliance hilft uns vor allem systemseitig, auch wenn sich die Marktstrategien der einzelnen Fluggesellschaften unterscheiden oder wir teilweise im Wettbewerb stehen. Dennoch agieren wir im gleichen System und nach dem gleichen Grundkonzept“, stellt Ho klar.

Der Anteil der sechs europäischen Destinationen am globalen Streckennetz von EVA Air ist laut Ho von rund zehn auf 15 Prozent gestiegen. Nordamerika trägt rund 45 Prozent zum Gesamtnetz bei, was auch auf das Open-Skies-Abkommen zwischen Taiwan und den USA zurückzuführen ist.

EVA Air fliegt anders nach Wien

Aufgrund des gesperrten ukrainischen Luftraums musste EVA Air ihre Routenführung anpassen, um das Konfliktgebiet zu umfliegen. „Unsere Flugzeiten nach Europa haben sich um 30 bis 60 Minuten verlängert. Gleichzeitig sparen wir jedoch etwas Zeit durch eine Abkürzung über den Südwesten Chinas“, berichtet General Manager Ho.