Hunderte Unfälle, aber nur wenige Verletzte: Etliche Autos und Lastwagen krachen bei gefährlicher Wetterlage auf glatten Straßen zusammen. Das befürchtete Chaos bleibt jedoch aus. Berlin (dpa) – Viele Auffahrunfälle, annullierte Flüge: In weiten Teilen Deutschlands haben Blitzeis und Schneefall bis Samstagmittag das öffentliche Leben eingeschränkt. Doch das große Chaos blieb aus. Etliche Autos und Lastwagen krachten […]

Hunderte Unfälle, aber nur wenige Verletzte: Etliche Autos und Lastwagen krachen bei gefährlicher Wetterlage auf glatten Straßen zusammen. Das befürchtete Chaos bleibt jedoch aus.

Berlin (dpa) – Viele Auffahrunfälle, annullierte Flüge: In weiten Teilen Deutschlands haben Blitzeis und Schneefall bis Samstagmittag das öffentliche Leben eingeschränkt. Doch das große Chaos blieb aus. Etliche Autos und Lastwagen krachten auf glatten Straßen zusammen oder rutschten von der Straße. Meist blieb es bei Blechschäden. In Stuttgart rutschte ein Auto vom Uferdamm in den Neckar. Fahrer und Beifahrer wurden von Rettungskräften aus dem eisigen Wasser gezogen.

Schnee und Regen auf gefrorenem Boden verwandelten Straßen und Gehwege vielerorts in gefährliche Rutschbahnen. Allein in Baden-Württemberg wurden bis zum Mittag mehr als 300 Unfälle erfasst, in Hessen mehr als 200, in Rheinland-Pfalz mehr als 100.

Es gab auch Schwerverletzte. So prallte ein Auto in der Nähe von Aschaffenburg in einen Lastwagen, der sich auf der Autobahn 3 wegen des Eises quergestellt hatte. Ein 19-Jähriger wurde dabei lebensgefährlich verletzt. Ebenfalls auf der A3 bei Aschaffenburg verlor eine 27-Jährige die Kontrolle über ihr Auto, geriet ins Schleudern und prallte gegen eine Leitplanke. Dort erfasste ein Sattelzug ihr Fahrzeug. Die 27-Jährige wurde schwer verletzt.

In Nordrhein-Westfalen kam bei Brilon im Sauerland in der Nacht eine 26-Jährige mit ihrem Wagen auf eisglatter Fahrbahn ins Schleudern. Ihr Wagen prallte auf einer Bundesstraße rückwärts gegen einen Baum. Die Frau und ihr 40 Jahre alter Beifahrer wurden schwer verletzt.

Bei Rommersheim in der Eifel (Rheinland-Pfalz) kam ein Sattelzug von der Straße ab, der Fahrer wurde schwer verletzt. Im Saarland registrierte die Polizei neun Verletzte bei Glätte-Unfällen – acht von ihnen waren Fußgänger. Bei Ankum in Niedersachsen wurden vier Insassen eines Kleinbusses leicht verletzt, deren Wagen in der Nacht von einer eisglatten Bundesstraße in den Straßengraben rutschte.

Mehrere Autofahrer bundesweit überschlugen sich mit ihren Wagen, etliche fuhren sich in Böschungen fest. In Thüringen krachte es mehrfach auf Autobahnen. Auf der A9 Richtung Berlin kam der Fahrer eines mit Äpfeln beladenen Lastwagens von der Fahrbahn ab. Der Lkw sei einen Abhang hinuntergerutscht und der Fahrer eingeklemmt worden, berichtete die Polizei. Auf der A71 überschlug sich ein Auto und blieb auf dem Dach liegen. Der Fahrer wurde verletzt.

Am Flughafen München kam es zu Behinderungen: Dutzende Flüge wurden annulliert, zahlreiche Maschinen hatten Verspätung. Grund dafür waren einem Sprecher zufolge die Enteisung von Start- und Landebahnen und Flugzeugen sowie die schlechte Sicht.

Die Briefträger der Deutschen Post lieferten aufgrund des Wetters im kompletten Münchner Stadtgebiet keine Sendungen aus. Die Arbeit sei für die Mitarbeiter, die zu Fuß und mit Fahrrädern unterwegs sind, zu gefährlich, sagte ein Pressesprecher. In Augsburg blieb der Zoo wegen Glatteises geschlossen.

In Niedersachsen zählte allein die Polizei Hannover mehr als 30 Unfälle. Im gesamten Bundesland gingen die meisten aber glimpflich aus. Auch in Schleswig-Holstein und Hamburg blieb es verhältnismäßig ruhig. Bis Samstagvormittag wurden laut Polizeiangaben sieben Menschen bei Glätteunfällen leicht verletzt.

Blitzeis entsteht, wenn Regentropfen auf gefrorenen Boden fallen. Für die nächsten Tage gab der Deutsche Wetterdienst Entwarnung: In der Nacht auf Sonntag dürfte es deutlich seltener zu Glätte kommen.