Verband der Fliegerärzte für strengere Untersuchungen
06.04.2015 Berlin (dpa) – Der Präsident des Deutschen Fliegerarztverbandes, Hans-Werner Teichmüller, plädiert für strengere Untersuchungen für Piloten von Passagierflugzeugen. «Wir fordern häufigere und gründlichere Laboruntersuchungen für Piloten», sagte Teichmüller der «Welt». Es müsse ein Befund her, mit dem auch der Konsum von Psychopharmaka und Drogen nachgewiesen werden könne. Mit dieser Forderung gehe der Interessenverband der […]
06.04.2015
Berlin (dpa) – Der Präsident des Deutschen Fliegerarztverbandes, Hans-Werner Teichmüller, plädiert für strengere Untersuchungen für Piloten von Passagierflugzeugen. «Wir fordern häufigere und gründlichere Laboruntersuchungen für Piloten», sagte Teichmüller der «Welt». Es müsse ein Befund her, mit dem auch der Konsum von Psychopharmaka und Drogen nachgewiesen werden könne. Mit dieser Forderung gehe der Interessenverband der flugmedizinischen Sachverständigen Deutschland weit über die bisherige Praxis hinaus, heißt es in dem Bericht.
Die Debatte über medizinische Untersuchungen von Piloten schwelt seit dem Absturz einer Germanwings-Maschine am 24. März. Der Copilot soll den Kapitän ausgesperrt und die Maschine auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen absichtlich in den Sinkflug gebracht haben. Alle 150 Menschen an Bord starben.
Bei der Katastrophe war Andreas Lubitz krankgeschrieben, was er jedoch anscheinend verheimlichte. Was er hatte, ist nicht bekannt. Nach früheren Lufthansa-Angaben hatte Lubitz «ein voll gültiges Tauglichkeitszeugnis der Klasse 1». Als Flugschüler habe er 2009 seine Lufthansa-Verkehrsfliegerschule über eine «abgeklungene schwere depressive Episode» informiert, so die Germanwings-Mutter.