Notfallnachsorger: «Zuhören, stützen, Informationen vermitteln»
Vier Notfallnachsorger des Deutschen Roten Kreuzes sind an der Absturzstelle des Germanwings-Fliegers in den französischen Alpen im Einsatz. Eine Expertin erklärt, worauf es bei ihrer Arbeit ankommt. Berlin (dpa) – Am abgelegenen Ort des Airbus-Absturzes in Südfrankreich stehen die Notfallnachsorger vor schwierigen Aufgaben. «Jede Katastrophe ist eine Herausforderung», sagte die DRK-Koordinatorin für Kriseninterventionsteams, Marion Menzel, […]
Vier Notfallnachsorger des Deutschen Roten Kreuzes sind an der Absturzstelle des Germanwings-Fliegers in den französischen Alpen im Einsatz. Eine Expertin erklärt, worauf es bei ihrer Arbeit ankommt.
Berlin (dpa) – Am abgelegenen Ort des Airbus-Absturzes in Südfrankreich stehen die Notfallnachsorger vor schwierigen Aufgaben. «Jede Katastrophe ist eine Herausforderung», sagte die DRK-Koordinatorin für Kriseninterventionsteams, Marion Menzel, der Deutschen Presse-Agentur. In diesem Fall sei die Absturzstelle aber kaum zugänglich, das mache es für die Trauernden noch schwerer. «Sie brauchen einen Ort, an dem sie einerseits geschützt sind und die Helfer Nähe aufbauen können.
Andererseits gibt es ein großes Bedürfnis nach Informationen – und unsere Aufgabe ist es, diese aus den verschiedenen Netzwerken zu beschaffen. Nichts ist für Hinterbliebene schlimmer, als nicht zu wissen, was passiert ist», sagt Menzel.
«Unsere Arbeit läuft dann zweigleisig. Es gibt Gruppenangebote, denn die Gemeinschaft mit anderen Betroffenen stützt. Aber es gibt auch individuelle Hilfe, in Form von Gesprächen oder indem man gemeinsam schweigt und einfach da ist», sagt Menzel. «Es ergibt sich meistens, dass neben den Trauernden auch Einsatzkräfte Hilfe und Unterstützung suchen.»
Die Hilfskräfte vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) kommen aus unterschiedlichsten Berufen und haben verschiedene Bildungsgrade. «Sie arbeiten alle ehrenamtlich und haben neben der Helfergrundausbildung eine mindestens 80-stündige Ausbildung in Krisenintervention gemacht.» Wie lange die derzeit vier Notfallnachsorger des DRK in Südfrankreich bleiben werden, ist noch offen.