Der Krisenstab im Auswärtigen Amt
Berlin (dpa) – Immer wenn es auf der Welt eine neue Krise oder Katastrophe gibt, kommt im Keller des Auswärtigen Amts der Betrieb auf Touren: Hier hat das Krisenreaktionszentrum des Ministeriums seinen Sitz. Das Referat mit der amtsinternen Nummer 40 ist für politische Krisen zuständig, aber auch für Naturkatastrophen, Entführungen oder – wie jetzt – […]
Berlin (dpa) – Immer wenn es auf der Welt eine neue Krise oder Katastrophe gibt, kommt im Keller des Auswärtigen Amts der Betrieb auf Touren: Hier hat das Krisenreaktionszentrum des Ministeriums seinen Sitz. Das Referat mit der amtsinternen Nummer 40 ist für politische Krisen zuständig, aber auch für Naturkatastrophen, Entführungen oder – wie jetzt – für Flugzeugabstürze. Und leider sind oft genug Deutsche unter den Opfern.
Die Einsatzzentrale ist rund um die Uhr mit mindestens zwei Leuten besetzt. Wenn im Ausland etwas Größeres passiert, nehmen die «Beamten vom Dienst» gleich Kontakt mit der zuständigen deutschen Botschaft auf, um festzustellen, ob Bundesbürger betroffen sind. Kommt es besonders schlimm, wird ein eigener Krisenstab eingerichtet, meist mit mehreren Dutzend Helfern. Dazu werden dann auch Experten von außerhalb hinzugezogen.
Im aktuellen Krisenstab zum Absturz des Germanwings-Flugs 4U 9525 sind zum Beispiel auch das Luftfahrtbundesamt, das Bundeskriminalamt und die Lufthansa dabei. Die deutsche Botschaft in Paris hatte gleich am Dienstag eigene Leute an den Unglücksort entsandt. Geleitet wird die Krisentruppe seit ein paar Tagen übrigens von einem Diplomaten, der mit Krisen besonders viel Erfahrung hat: Deutschlands bisherigem Botschafter im Jemen, Walter Haßmann (57).