Boeing beruft neuen Verkehrsflugzeugchef
Bei Boeing kommt es zu einem Führungswechsel in der wichtigen Verkehrsflugzeugsparte. Die Amerikaner müssen sich gegenüber Airbus behaupten. Chicago (dpa) – Boeing zieht mit einem neuen Mann an der Spitze der Verkehrsflugzeugsparte in den Kampf gegen den Erzrivalen Airbus. Raymond Conner übernimmt mit sofortiger Wirkung das Steuer der Sparte. Bislang stand Jim Albaugh dem wichtigsten […]
Bei Boeing kommt es zu einem Führungswechsel in der wichtigen Verkehrsflugzeugsparte. Die Amerikaner müssen sich gegenüber Airbus behaupten.
Chicago (dpa) – Boeing zieht mit einem neuen Mann an der Spitze der Verkehrsflugzeugsparte in den Kampf gegen den Erzrivalen Airbus. Raymond Conner übernimmt mit sofortiger Wirkung das Steuer der Sparte. Bislang stand Jim Albaugh dem wichtigsten Zweig des Konzerns vor.
Der am späten Dienstag verkündete Wechsel kommt überraschend. In zwei Wochen findet die bedeutende Luftfahrtmesse im britischen Farnborough statt, wo die Hersteller typischerweise zahlreiche Neubestellungen einsammeln. Die beiden großen Hersteller liefern sich seit Jahren ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
Der 62-Jährige Albaugh wolle zum 1. Oktober in den Ruhestand gehen und werde in den verbleibenden Monaten seinen Nachfolger einarbeiten, erklärte Boeing. Conner ist 57 Jahre alt und bislang Verkaufs- und Kundenservicechef der Sparte. Er hatte 1977 als Mechaniker bei Boeing angefangen und sich hochgearbeitet. Anfang April war bereits Finanzchef James Bell mit damals 63 Jahren in Ruhestand gegangen. Ihm folgte ein Mitvierziger. Konzernchef James McNerney wird im August 63.
Albaugh stand seit 2009 an der Spitze der Verkehrsflugzeugsparte und musste sie durch eine ihrer schwersten Krisen führen: Sowohl der mittelgroße Langstreckenflieger 787 «Dreamliner» als auch der modernisierte Jumbo-Jet 747-8 machten technische Probleme und kamen Jahre verspätet auf den Markt.
Das Verkehrsflugzeuggeschäft ist der Kern von Boeing. Hier macht der Konzern mehr als die Hälfte seines Umsatzes. Daneben sind die Amerikaner ähnlich wie ihre europäischen Konkurrenten vom Airbus-Mutterkonzern EADS auch noch im Rüstungsgeschäft und in der Raumfahrt tätig.