Addis Abeba/Abuja (dpa) – Die Zahl der Opfer des Flugzeugabsturzes in Nigeria ist auf über 200 gestiegen. Dies bestätigten Ärzte und Einsatzkräfte am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Jedoch sei es derzeit noch nicht möglich, die genaue Zahl der Opfer am Boden zu bestimmen, sagte der Sprecher der Nationalen Notfallagentur (NEMA), Yushua Shuaib. Am Sonntag war […]

Addis Abeba/Abuja (dpa) – Die Zahl der Opfer des Flugzeugabsturzes in Nigeria ist auf über 200 gestiegen. Dies bestätigten Ärzte und Einsatzkräfte am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Jedoch sei es derzeit noch nicht möglich, die genaue Zahl der Opfer am Boden zu bestimmen, sagte der Sprecher der Nationalen Notfallagentur (NEMA), Yushua Shuaib. Am Sonntag war eine Maschine der lokalen Dana Air kurz vor der Landung in der Wirtschaftsmetropole Lagos in ein dicht besiedeltes Wohnviertel gestürzt. Alle 153 Menschen an Bord kamen ums Leben.

Die Bergungsarbeiten dauerten unterdessen auch zwei Tage nach dem Unglück weiter an. Die Helfer hatte jedoch ihre Arbeit am Montagabend vorübergehend wegen schwerer Regenfälle unterbrechen müssen, hieß es. Das nigerianische Rote Kreuz, dem eine Liste mit vermissten Personen vorliegt, erklärte, die Opferzahl könnte noch steigen. Auf der Passagierliste stand offenbar auch ein deutscher Entwicklungshelfer.

Die McDonnell Douglas MD-83 war in ein zweistöckiges Wohngebäude gecrasht, nachdem offenbar beide Triebwerke ausgefallen waren. Der Pilot hatte noch versucht, einen Hilferuf zu senden, das Flugzeug verschwand jedoch kurz darauf vom Radar. Am Montag hatten Einsatzkräfte die Black Box gefunden, die Aufschluss über die Unglücksursache geben kann.

Der Besitzer des völlig zerstörten Gebäudes und seine gesamte Familie überlebten das Unglück. «Ich war in der Kirche, als die Maschine abgestürzt ist», sagte Daniel Omowumi der Zeitung «Vanguard». «Wir haben keine Opfer in meiner Familie zu beklagen, meine Frau, meine drei Kinder, meine alte Mutter, zwei Kinder, die bei uns leben, und unsere Haushaltshilfe waren alle in der Kirche.» Jedoch habe er all seinen Besitz verloren. «Wir haben nur noch das, was wir am Körper tragen», erklärte Omowumi.

Viele Opfer waren bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, da das Flugzeug nach dem Aufprall in Flammen aufgegangen war. Bevor die Toten beerdigt werden, sollen DNA-Tests erfolgen, um ihre Identität zu klären.